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Jetzt kommt Netflix für Games

Handliche Streaming-Konsole von Nvidia. ho

Handliche Streaming-Konsole von Nvidia. ho

Mit der Konsole Shield von Nvidia lassen sich Games vom Internet streamen. Doch das hat auch Tücken.

Binnen weniger Sekunden ist es soweit, und in die fantastische Welt des Witchers kann eingestiegen werden. «Witcher 3: Wild Hunt» gilt als eines der Grafik-intensivsten Games, die derzeit erhältlich sind. Um es auf der Shield, der handlichen Streaming-Konsole von Nvidia, spielen zu können, braucht es nicht langwierig installiert zu werden. Das würde auch Grossteil des Speicherplatzes in Anspruch nehmen, denn die Basisversion der Shield verfügt lediglich über 16 GB Platz. Wer Grösseres im Sinn hat, für den hält Nvidia auch ein Modell mit 500 GB Speicherplatz bereit.

Cloud-Gaming, der in manchen Augen goldene Gral des Gamings, galt nach diversen Fehlstarts als gescheitert. «Die Shield ist aus unserem Server-Angebot hervorgegangen», erklärt Lars Weinand, Technical Product Manager bei Nvidia, den Hintergrund. «Grafikkarten sind das Herz unserer Cloud-Services und liefern ein Erlebnis, das sich mit Konsolenspielen messen kann.»

Wenn es um Grafikkarten geht, teilt sich Nvidia den Markt mit Konkurrent Radeon und gilt im Bereich Entwicklung als wegweisend. Dieses technologische Know-how fliesst auch in die Prozessorenstruktur der Server sowie des Empfangsgeräts: «Auch wenn die Shield schon eine Weile auf den Markt ist, so ist sie immer noch fünf Mal schneller als Apple TV», sagt Weinand. «Sie liefert ein Signal in 4K-Stärke und 60 Bildern pro Sekunde bei den Games, soweit diese dafür programmiert sind. Hinzu kommt, dass wir das Angebot laufend ausbauen.»

Das Geschäftsmodell der Shield ähnelt dem der Konsolenhersteller: Eine solide Hardware-Basis, die laufend aufdatiert und software-mässig ausgebaut wird. Das bedingt recht häufige Updates, die in der Regel aber nicht viel Zeit in Anspruch nehmen.

Doch was die Shield wie alle Streaming-Plattformen für einen ungetrübten Spielspass benötigt, ist freie Bahn auf dem Breitbandanschluss. Theoretisch ist eine WiFi-Anbindung möglich, aber Ethernet ist klar zu bevorzugen. Nebenaktivitäten auf dem gleichen Netz können gar bei einem 100-MB-Anschluss zu ruckelnden Bildern führen. Hier zeigt sich auch die grösste Schwäche des Cloud-Gamings, selbst bei einer leistungsfähigen Hardware wie der Shield: Gegenüber Konsolen- und PC-Games, wo Grundinformationen im Gerät abgelegt sind, müssen beim Streaming sämtliche Information importiert werden.

Wenn alles glatt läuft, dann bietet die Shield spassige Stunden in einer Bildqualität, die Konsolen-Games in nichts nachsteht. Werden aber vernetztes Spiel mit Nicht-Shield-Nutzern und Games von Anbietern wie Activision, Electronic Arts und Bethesda gewünscht, dann mag die kleine Box von Nvidia doch nicht mit PC oder Konsolen mithalten.

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