Zuchterfolg

Jö, was ist denn das? Seltene Tiergeburt in der Schweiz

Jö, was ist denn das? Seltene Tiergeburt in der Schweiz

«Nicht klettern! Nicht alleine rausgehen! Vorsicht!» – man kann beinahe hören, was die Krabbenwaschbär-Mutter ihrem Kleinen sagen will, während sie es durch die Anlage bugsiert.

Noch sagt ihm die Mutter, wos langgeht. Aber das scheint dem kleinen Krabbenwaschbär aus dem Papiliorama in Kerzers schon jetzt nicht mehr zu passen. In ganz Europa halten nur zwei Zoos diese Waschbärenart, Geburten sind relativ selten.

Von einem «Zuchterfolg» schreibt das Papiliorama in Kerzers FR in einer Medienmitteilung. Zum ersten Mal hat dort ein Krabbenwaschbär das Licht der Welt erblickt. Das sei eine Seltenheit. Ohnehin gibt es nur zwei Zoos in Europa, die diese Tierart halten.

Wie eine grosse Kostbarkeit behandelt auch die Waschbärenmutter ihr Junges. «Nicht klettern! Nicht alleine rausgehen! Vorsicht!» – man kann beinahe hören, was sie dem Kleinen sagen will, während sie es durch die Anlage schubst, von Felsenstufen holt und wieder zurück in die Höhle bugsiert.

Einbrecher oder Ausbrecher?

Waschbären stammen aus Nordamerika, haben sich allerdings teilweise in Europa und Japan verbreitet. Da sie als invasiv gelten, sich also rasch ausbreiten und andere Arten verdrängen kann, hat die Europäische Union das Halten in Zoos verboten

Damit ist man beim Papiliorama ganz offensichtlich nicht einverstanden: «Dies ist in sich paradox, da die Chancen ungleich grösser sind, dass ein Waschbär in das Zoogebiet eindringen, denn dass er ausbrechen kann», heisst es in der Medienmitteilung.

Krabbenliebhaber und gute Schwimmer

Krabbenwaschbären sind laut dem Papiliorama einiges kleiner und haben ein kürzeres Fell als ihre nordamerikanischen Verwandten.

Sie sind nachtaktiv und ernähren sich von Fischen, Fröschen, Krebsen und Krabben, die sie mit den Vorderpfoten fangen. Dementsprechend sind Krabbenwaschbären gute Schwimmer. (smo)

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