Modeindustrie

Modeln im Homeoffice: Jetzt shooten Fotomodels ihre Kampagnen zu Hause

Model Bella Hadid wird per Face-Time für die Jacquemus-Kampagne geshootet.

Model Bella Hadid wird per Face-Time für die Jacquemus-Kampagne geshootet.

In Zeiten des Coronavirus muss auch die Modeindustrie umdenken und die Kampagnen anders planen als gewohnt.

«Sich neu erfinden oder sterben.» So lautet das Motto während des Lockdown. Gerade jetzt haben viele Firmen und Einzelpersonen neue Wege einschlagen müssen, um nicht pleite zu gehen. Produkte müssen nach Hause geliefert werden können, und die Sichtbarkeit im Internet wird noch wichtiger.

Klar. Doch wie sieht es im Modesektor aus? Wenn man bedenkt, dass die neuen Kollektionen der grössten Modemarken immer auf Modeschauen und die neuen Kampagnen immer auf mehreren Zeitungsseiten präsentiert werden, könnte man meinen, dass ihre Kollektionen nun erst einmal auf Eis liegen. Ein Blick auf die Internetplattform Instagram beweist das Gegenteil. Kostenlose Videodienste wie Face-Time oder Skype sei Dank. Dort können mindestens zwei Parteien miteinander telefonieren und sich während des Gesprächs auch sehen.

Klingt wenig exklusiv. Mit Stylisten, Lichteffekten oder einer atemberaubenden Location, wie wir es von Modeshootings kennen, hat das traute Heim in der Quarantäne schliesslich wenig gemein. Trotzdem setzen immer mehr Marken darauf. Aber wie sieht so ein Shooting aus? Auf der einen Seite ist das Model und auf der anderen der Fotograf. Das Model stellt ihr Handy auf und fängt dann mit ihren Posen an. Währenddessen macht der Fotograf Bilder vom Handybildschirm.

Neue Mode-Kampagne wird per Facetime geshootet

Erst kürzlich hat das amerikanische Model Bella Hadid auf ihrer Instagram-Seite Bilder eines solchen Face-Time-Shootings hochgeladen. Das erste Bild zeigt das nackte Model mit nur einer Tasche der französischen Luxusmarke Jacquemus bedeckt.

Wischt man die Bildergalerie weiter, zeigt Hadid sich mit einer Brille und einem sogenannten Underboob-Pullover, bei dem die Brüste unten herausblitzen. Ausserdem zeigt das Model ein Making-of-Video, in dem sie die Posen mit dem Fotografen Pierre-Ange Carlotti bespricht.

Ein paar Minuten Face-Time, verschiedene Posen und schon ist die Kampagne für die neue «Jacquemus at home»-Kollektion Frühling/Sommer 2020 im Kasten.

Und die französische Modemarke ist nicht die Einzige, die bei der neuen Shootingvariante mitmischt. Auch die spanische Modemarke Zara setzt auf Fotos, die in den vier Wänden geschossen wurden. Auf den Bildern, die online zu finden sind, stehen neben dem Model und die Mode, die Wohnung mit Dekoration im Fokus.

Fotografen setzen ebenso auf Videodienste als Alternative zu ihren Shootings. Fotografin Tory Rust ist ein grosser Fan der «virtuellen Fotografie». Seit dem Lockdown hatte sie bereits Sängerin Jojo und Schauspielerin Shailene Woodley vor der Handylinse. In einem Interview mit der Zeitung «Women’s Wear Daily» sagte sie:

Ausprobiert hat es auch die Sängerin Demi Lovato, die sich mit ihrem Hund per Face-Time hat fotografieren lassen. Modedesigner, Fotografen oder Promis. Alle wollen sie das Gleiche: Bilder. Und wenn man schon nicht hinausgehen kann, müssen die Fotos eben anderweitig geschossen werden.

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