Kurios

«Nicht lauter als eine Geschirrspülmaschine»: In dieser Stadt fährt der Zug mitten durch den Wohnblock

«Nicht lauter als eine Geschirrspülmaschine»: In dieser Stadt fährt der Zur mitten durch den Wohnblock

Statt eines Tunnels durch den Berg bauten die Ingenieure in Chonqing einen Tunnel durch ein Haus.

Die chinesische Stadt Chongqing im Südwesten Chinas ist derart dicht besiedelt, dass für den Bau neuer Zugverbindungen an ungewöhnlichen Orten Platz geschaffen werden musste. Zum Beispiel in einem Mehrfamilienhaus.

Über 30 Millionen Menschen leben in Chongqing auf einer Fläche von 78 Quadratkilometern. Das sind viele Menschen, die auf einen effizienten öffentlichen Verkehr angewiesen sind. Doch wo Gleise verlegen für neue Zugverbindungen, wenn die Häuser bereits dicht an dicht stehen?

Im Falle einer Metrolinie hatten die Ingenieure eine ungewöhnliche Idee. Durch einen Tunnel im Berg konnten sie den Zug nicht fahren lassen, dafür ist das Erdbebenrisiko in der Region zu hoch. Stattdessen bauten sie einen 132 Meter langen Tunnel durch ein Mehrfamilienhaus.

Den Bewohnern wurde dabei versprochen, dass die Züge sehr leise fahren – «nicht lauter als eine Geschirrspülmaschine im Nebenzimmer» sei eine Durchfahrt. Laut staatlichen Medien habe es tatsächlich keine Beschwerden gegeben.

Schweizer Beispiel: Kirchstrasse 57 in Grenchen

Ähnlich dicht ist auch das Schienennetz in der Schweiz. Dass es da Menschen gibt, die nur eine Handbreit vom nächsten Schnellzug entfernt leben, erstaunt nicht. Kurz vor dem Bahnhof Grenchen Nord zum Beispiel jagen die Züge haarscharf an einem Haus vorbei. Wir wollten wissen, wie es sich dort lebt und haben die Familie Grossrieder getroffen:

«Ich liebe dieses Haus, es ist perfekt für uns», sagt Abwartin Cristiany Grossrieder. Wie ist das möglich? Hunderte Menschen fahren halbstündlich quasi durch ihr Wohnzimmer. Klar, die ersten Wochen seien gewöhnungsbedürftig gewesen; am Anfang seien die Kinder in der Nacht oft aufgewacht. Aber inzwischen gehöre es dazu, «es wäre komisch, wenn plötzlich kein Zug mehr vorbeirattern würde.» 

Hier geht es zum ausführlichen Artikel über das Haus an der Kirchstrasse 57 und seine Bewohner.

Kirchstrasse 57 in Grenchen: Gang durchs Treppenhaus mit Ausführungen von Abwartin Cristiany Grossrieder

Gang durchs Treppenhaus mit Ausführungen von Abwartin Cristiany Grossrieder

Ob sich Cristiany Grossrieder manchmal fragt, was die Menschen in den Zügen denken, wenn sie am Haus vorbeidonnern? «Ja, sie denken sicher: Die spinnen, an so einem Ort zu leben.» (smo)

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