Coronavirus

Personen mit Behinderungen werden durch Maskentragepflicht mancherorts benachteiligt

Viele Personen mit geistiger Behinderung tragen die Masken gewissenhaft - aber für andere ist Verständnis nötig.

Viele Personen mit geistiger Behinderung tragen die Masken gewissenhaft - aber für andere ist Verständnis nötig.

Zutritt zum Laden ohne Maske verweigert - das erleben auch Menschen, die beim besten Willen keine tragen können. Ein Beauftragter des Bundes fordert mehr Verständnis.

Niemand trägt den Mund-Nasen-Schutz gerne, doch für einen Teil der Bevölkerung stellt die Maskenpflicht teilweise ein grosses Problem dar. Darauf weist Urs Germann vom Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen hin. Am 30. Oktober hat der Bundesrat die Verordnung zur Maskentragepflicht so angepasst, dass für gewisse Personen Ausnahmen gelten. So, wenn jemand nicht in der Lage ist, die Maske an- und abzuziehen, wenn man deswegen in Panik gerät, wie dies bei autistischen Menschen oft der Fall ist, oder wenn die Person die Massnahme geistig nicht nachvollziehen kann, wie bei Demenz oder starker geistiger Behinderung.

Solchen Personen sei trotz ärztlichem Zeugnis der Zugang zu Bibliotheken, Läden oder Schulen verwehrt worden. Hörbehinderte Personen sind ausserdem darauf angewiesen, dass Chauffeure oder Verkäufer Abstand halten und ihre Maske kurz abziehen, damit das Lippenlesen möglich ist. «Es braucht gegenseitiges Verständnis, um diese Personen vor Benachteiligungen zu schützen», so Germann. (kus)

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