Rund um den 1. August sind Wild- und Haustiere der Knallerei der Menschen ausgesetzt. Viele Tiere leiden in dieser Zeit, weil sie ein viel sensibleres Gehör haben als der Mensch. Haustierbesitzer sehen sich besser vor, denn Jahr für Jahr sterben deswegen Tiere. Ist ein Tier ungeschützt, riskiert der Halter, dass sich sein Hund danach verstärkt fürchtet und auch auf andere laute Geräusche sensibel reagiert. Die Knallerei verursacht Schmerzen und oft übermässigen Stress, der besonders bei älteren Tieren bis zum Herzversagen führen kann. Hat ein Hund keine Angst, ist das keine Garantie für immer. Dies kann sich rasch ändern, wenn der Hund einem überraschenden lauten Knall exponiert ist; oder dann mit zunehmendem Alter.

Prävention ist oft hilfreich

Wer in diesen Tagen über die Grenze in die Ferien fährt, löst das Problem auf einfache Art. Ansonsten gibt es Präventionsmöglichkeiten, einige davon müssen aber schon Wochen vorher gestartet werden. Es ist Hundehaltern schon geglückt, ihr Tier vorgängig an Knallgeräusche auf Tonträgern zu gewöhnen. Eine solche Desensibilisierung – der Hund wird belohnt, wenn der Knall mit steigender Lautstärke auf ihn einwirkt – garantiert nicht, dass der Hund dann auch den Kracher des Nachbarn schadlos übersteht.

Vorgängig muss der Einsatz von pheromonhaltigen Mitteln geprüft werden. Das sind Botenstoffe, die beruhigend wirken können und in verschiedener Form anwendbar sind. Hunden hilft etwa, wenn man ihnen ein enges, für Hunde entwickeltes T-Shirt anzieht, was ein verstärktes Körpergefühl gibt. Ebenso reagieren viele Tiere auf homöopathische Mittel wie bestimmte Globuli, Hydrosole oder Bachblütentropfen. Das sollte jedoch schon vorher am Tier geprüft werden.

Sensible Hunde gehören bereits in den Tagen vorher beim Spaziergang an die Leine. Auch Pferdebesitzer tun gut daran, auf überraschende Knaller gefasst zu sein. Oft rennen Tiere bei einem Knall panikartig weg und können von Autos angefahren werden oder sich dabei verletzen.

Für den 1. August selber gilt vor allem eines: Haustiere nicht alleine lassen. Wer Katzen mit Freilauf hat, verriegelt an diesem Tag vorzugsweise die Katzentüren nach aussen. Hunde sind draussen an der Leine; zum Gassi-Gehen wählt man einen günstigen Augenblick oder fährt mit dem Auto an einen ruhigeren Ort.

Während sich Katzen meistens instinktiv verkriechen, bereitet man für den Hund in einem ruhigen Raum einen Liegeplatz vor, an den er sich vorher gewöhnen soll. Dann heisst es Storen runter und Radio oder Fernseher an, sodass Musik den Feuerwerkslärm etwas unterdrückt. Für andere leidende Kleintiere wie Ziervögel gelten diese Vorkehrungen bei Feuerwerk ebenfalls.

Weil der Hund auf Stimmungen reagiert, bleiben die Menschen um ihn herum am besten gelassen. Sucht der Hund aber Schutz beim Menschen, so gewährt man ihm diesen. Langsames Streicheln oder leichte Massage können unterstützen. Ein Schutz suchendes Tier zu ignorieren, wie etwa geraten wird, ist falsch. Der verängstigte Hund soll aber nicht durch zusätzlich mitleidiges Verhalten verunsichert werden. Wenn sich panikartige Angstzustände halten, hilft nur noch eines: Hund ins Auto und mit ihm für einige Stunden eine lärmsichere Tiefgarage aufsuchen. Beruhigende Medikamente für Tiere muss der Halter mit dem Tierarzt absprechen.