Natur

So viele verschiedene Bäume gibt es – und die Schweiz hat nur 0,1 Prozent davon

Mehr als die Hälfte aller Baumarten kommt jeweils nur in einem Land vor. Thinkstock

Mehr als die Hälfte aller Baumarten kommt jeweils nur in einem Land vor. Thinkstock

Forscher haben eine Liste von allen Baumarten der Erde erstellt. Diese soll helfen, bedrohte Bäume zu retten.

Die Welt zählt insgesamt 60 065 Arten von Bäumen. Dies geht aus einer aktuellen Studie von englischen Forschern hervor. Die Artenvielfalt unterscheidet sich hinsichtlich der einzelnen Länder deutlich. Laut den Forschern beherbergt die Schweiz lediglich 72 verschiedene Baumarten. Das entspricht nur etwa einem Tausendstel des weltweiten Vorkommens. Die Daten zeigen ausserdem, dass die meisten Spezies in Brasilien vorzufinden sind: Insgesamt 8715 haben dort ihr Zuhause. Die weiteren Spitzenreiter sind Länder mit ebenso tropischen Klimata, wie Kolumbien mit 5776 und Indonesien mit 5142 Arten.

Die Studie hat die britische Organisation Botanic Gardens Conservation International (BGCI) verfasst und greift auf Daten aus einem Netzwerk von mehr als 500 Organisationen zurück. Die Liste wurde in der Hoffnung erstellt, dass sie als Werkzeug zur Identifizierung von seltenen und gefährdeten Baumarten genutzt werden kann. Dadurch soll verhindert werden, dass diese Bäume aussterben. Der BGCI-Generalsekretär Paul Smith sagte gegenüber «BBC News», dass es bis heute nicht möglich war, die genaue Zahl der Baumarten zu schätzen. Erst kürzlich konnte man die Zahlen digitalisieren und festhalten, was der Höhepunkt von Hunderten Jahren Arbeit sei.

Viele Baumarten sind gefährdet

Die Botanik-Experten fanden ausserdem heraus, dass mehr als die Hälfte aller Spezies (58 Prozent) jeweils nur in einem Land zu finden sind. Dadurch seien sie möglicherweise gefährdet – entweder durch extremes Wetter oder menschliche Aktivitäten wie Rodungen. Insgesamt sind auf der Welt aktuell 300 Arten kritisch gefährdet, von diesen stehen jeweils weniger als 50 Bäume in der Wildnis.

Mittlerweile konnte die erste Spezies anhand der Datensammlung schon vor dem Aussterben bewahrt werden: Im ostafrikanischen Tansania fand ein Forscherteam Ende 2016 nur noch sechs Bäume einer bestimmten Art. Sie rekrutierten schliesslich die lokalen Einwohner, damit diese die Forscher benachrichtigten, wenn die Bäume Samen produzieren. Der Plan sei es nun, die Samen in einem botanischen Garten zu züchten und nach einer gewissen Zeit wieder in der Wildnis einzuführen.

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