US-Präsident Donald Trump will die Mauer zur Grenze zu Mexiko. Doch solange die Demokraten im Parlament dafür kein Geld lockermachen und sich die Parteien nicht auf eine Grenzsicherung einigen können, wird der Shutdown weitergehen – diese Haushaltssperre, welche die staatlichen Institutionen lahmlegt und die Bundesangestellten dazu zwingt, die Arbeit niederzulegen. 800'000 Angestellte arbeiten deshalb derzeit ohne Lohn oder befinden sich im Zwangsurlaub.

Das ist auch für die Ballonfahrer in unserem Land ein Hindernis, wie Stefan Zeberli vom Air Ballonteam in Andwil sagt. Seine Alpenüberquerungen und sonstigen Höhenflüge sind nicht mehr so zielgenau wie vor dem Shutdown. Der Grund dafür liegt bei der amerikanischen NOAA, der Nationalen Behörde für Ozeanografie, Meteorologie, Klima und Umwelt. «Das NOAA-Wettermodell brauche ich gerade bei Alpenüberquerungen am stärksten», sagt Zeberli. Dieses Modell könne auf die längsten Reihen an Wetterdaten zählen und sei dank diesen Erfahrungswerten für die Ballonfahrt das beste.

Doch nun sind die Ballonfahrer irritiert. «Ich habe diesen Winter schon fünf Alpenüberquerungen gemacht und bin in den vergangenen zehn Jahren nie so weit danebengelegen gegenüber den Vorhersagen der Modelle», sagt der Ballonfahrer. «Bei der letzten Alpenüberquerung am 15. Januar bin ich 25 Grad anders gefahren als die Modelle vorausgesagt haben. Ich bin sicher, dass der Grund bei den fehlenden Daten der NOAA liegt». Vom Shutdown hatte Zeberli noch gar nichts mitbekommen, als er sich über die Ungenauigkeiten der Modellrechnungen gewundert hat. Also hat er bei Meteo Schweiz nachgefragt und dort erfahren, welche Probleme der amerikanische Wetterdienst zurzeit hat. Es leisten dort nur noch einige Meteorologen etwas Frondienst.

Gefährlicher wird es nicht

Seit dem 10. Dezember funktionieren die Produkte der NOAA nicht mehr, die dem Ballonfahrer ausrechnen, wohin, in welcher Zeit und in welcher Höhe ihn der Wind leitet. Klickt man auf die Website der NOAA, ist zu lesen, dass diese Seite zurzeit nicht zur Verfügung stehe. Nur NOAA-Websites, die zum Schutz von Leben und Eigentum erforderlich sind, werden aufrechterhalten.

Die NOAA-Daten schauten sich übrigens nicht nur Ballonfahrer an, sagt Zeberli. Sondern auch Meteorologen weltweit und in der Schweiz. Daniel Gerstgasser von Meteo Schweiz sagt dazu, viele im Internet frei verfügbare Prognosedaten basierten auf den Berechnungen der NOAA. «Meteo Schweiz betreibt aber einerseits eigene Vorhersagemodelle, andererseits stehen uns die Daten des europäischen Wettermodells zu Verfügung.» Meteo Schweiz erstelle sämtliche Flugwetterprodukte mit diesen Daten, auch die Prognose für die Ballonfahrer. «Somit sind wir völlig unabhängig von den Modelldaten der NOAA, beziehen das amerikanische Wettermodell aber als Dritt- oder Viertmeinung in unsere Überlegungen mit ein», sagt Gerstgasser. Untersuchungen hätten zudem gezeigt, dass das europäische Prognosemodell von der Qualität her weltweit führend sei. Deshalb werde es unter anderem auch in den USA für Vorhersagen verwendet.

Gefährlich ist das Ballonfahren wegen des Shutdown und der Arbeitsniederlegung bei der NOAA übrigens nicht, weil nicht nur die Meteorologen, sondern auch die Ballonfahrer die vielen anderen Modelle nutzen.