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Was hilft wirklich gegen erblich bedingten Haarausfall?

Hilft Obst oder doch besser Zwiebeln gegen Haarausfall?

Hilft Obst oder doch besser Zwiebeln gegen Haarausfall?

Vier von fünf Männern bekommen es in ihrem Leben mit erblich bedingtem Haarausfall. Die Betroffenen leiden - und greifen oft zu rezeptfreien Methoden.

Geheimratsecken, kahle Stellen am Hinterkopf oder sogar Glatze: erblich bedingtem Haarausfall ist kein Zeichen von Krankheit. Doch die Betroffenen leiden - und greifen oft zu rezeptfreien Methoden aus der Naturheilkunde. Was diese wirklich leisten können, haben nun Forscher um Anna-Marie Hosking von der University of California in einer große Übersichtsstudie untersucht.

Zirbeldrüsenhormon Melatonin

Eine gute Option sei das Zirbeldrüsenhormon Melatonin, das sonst eher von der Behandlung des Jetlags bekannt ist. «Man hat es auch als antioxidativen Wirkstoff in den Haarfollikeln entdeckt», betont Hosking. Als man die kahl werdenden Stellen von 35 Männern sechs Monate lang mit einer Melatoninlösung behandelte, zeigten sich danach bei jedem Zweiten rund 40 Prozent mehr Haare als vorher.

Koffein, äusserlich angewandt

Koffein, das anregende Alkaloid von Kaffee und Tee, gehört schon länger zur Standardbeimischung in Shampoos und anderen Männer-Kosmetika. Es hemmt den Einfluss von Testosteron an den Follikeln, was als wesentlicher Mechanismus hinter dem androgenetischen Haarausfall gilt. Diverse Studien belegen, dass Koffein - wohlgemerkt in äusserlicher Anwendung - ähnlich effektiv, dafür aber nebenwirkungsärmer ist wie Minoxidil, ein Standardmedikament gegen Haarausfall. Viele dieser Arbeiten wurden allerdings von Herstellern der Koffein-Kosmetika mitfinanziert.

Zwiebeln bei kreisrundem Haarausfall

Weniger anerkannt als Haarwuchsmittel sind demgegenüber Zwiebeln und Knoblauch. Tatsächlich helfen sie auch nicht gegen typische Männerglatzen, wohl aber beim kreisrunden Haarausfall, der Alopecia areata. Denn dabei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, die Haarfollikel werden also durch die körpereigene Immunabwehr attackiert - und die Sulfide von Zwiebel und Knoblauch vermögen offenbar diese fehlgeleitete Angriffswut zu dämpfen. Allerdings muss man sie dazu äusserlich auftragen, in Form von Saft oder Gel. Und das führt zu einer Geruchsentwicklung, die laut Hosking von den Patienten «oft als unangenehm bezeichnet wird».

Kürbissamen für Haarwuchs vorne

Die Öle von Kürbissamen und Sägepalmenfrüchten enthalten Phytosterole, die sich im Testosteronstoffwechsel ähnlich einklinken wie Koffein. Allerdings klappt das nicht überall in gleichem Masse. In Studien liessen sie das Haar vor allem im Stirn- und vorderen Scheitelbereich spriessen, während der Hinterkopf weiterhin kahl blieb. Ausserdem müssen die r Öle geschluckt werden und wandern durch den Verdauungstrakt, was zu Durchfall und Blähungen führen kann, mit denen man noch weniger punktet als mit einer Glatze.

Dreimal wöchentlich Gemüse und Obst

Positive Nebenwirkungen hätte hingegen ein insgesamt gesunder Lebensstil. So kommt eine Studie des dermatopathischen Instituts Dell’immacolata in Rom zu dem Schluss: Wer mindestens drei Mal wöchentlich frisches Obst und Gemüse isst, halbiert sein Risiko für genetisch bedingten Haarausfall. Klingt fragwürdig, da sich das Erbgut normalerweise nicht durch den Verzehr von Gemüse beeinflussen lässt. Doch die italienischen Wissenschaftler betonen: Wer sich gesund ernährt, kann zumindest beeinflussen, inwieweit und wann seine Glatzen-Gene zur Entfaltung kommen.

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