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Pestizidbelastung in Schweizer Gewässern wurde stark unterschätzt

Das fahrbare Wasserlabor soll künftig als tragbares Minilabor zur Verfügung stehen.

Das fahrbare Wasserlabor soll künftig als tragbares Minilabor zur Verfügung stehen.

Die Spitzenbelastung durch Pestizide in Schweizer Flüssen und Bächen dürfte deutlich höher sein als bisher angenommen. Das zeigen erste Ergebnisse einer neuen Messmethode.

(agl) Die Messergebnisse stammen aus dem vollautomatisierten Wasserlabor «MS2field» des ETH-Wasserforschungsinstituts (Eawag). Das Labor nimmt automatisch alle 20 Minuten eine Wasserprobe, bereitet sie auf und analysiert sie, wie es in einer Mitteilung des Eawag vom Donnerstag heisst. Die Forscher konnten damit aufzeigen, wie stark mit traditionellen Mischproben Konzentrationsspitzen unterschätzt werden, weil sie verpasst oder verdünnt wurden. Ihre Forschungsergebnisse publizierten sie in der Zeitschrift Aqua&Gas.

Die mit dem automatisierten Labor gemessenen Höchstwerte waren für viele Pestizide bis zu 170 mal höher als die bisher angenommenen Konzentrationsmittelwerte, heisst es in der Mitteilung weiter. Diese Befunde seien bedeutend: «Für gewisse Pestizide haben bereits Spitzen von weniger als einer Stunde negative Auswirkungen auf aquatische Organismen», wird Christian Stamm, stellvertretender Leiter der Eawag-Abteilung für Umweltchemie, zitiert. Kommt es wiederholt zu solch hohen Pestizidbelastungen, könnten sich die Organismen nicht erholen. Dieses Risiko sei in den Mischproben bis heute übersehen worden.

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