Pflanzenschutzmittel

Pestizide mit Langzeitwirkung: Man findet sie nach Jahrzehnten noch auf dem Boden von Seen

Auch Herbizide, die schon 20 oder 30 Jahre lang nicht mehr eingesetzt werden, lassen sich auf dem Seeboden noch nachweisen.

Auch Herbizide, die schon 20 oder 30 Jahre lang nicht mehr eingesetzt werden, lassen sich auf dem Seeboden noch nachweisen.

Pflanzenschutzmittel schädigen auch Ökosysteme in Seeböden und die Konzentration steigt.

Der entscheidende Satz steht am Anfang der Meldung der Universität Bern: «Insgesamt belasten Pestizide den Lebensraum für Pflanzen und Tiere heute so stark wie noch nie.» Untersucht haben die Forscher, wie sich Pflanzenschutzmittel am Boden von Seen ablagern. Als in den 1960ern in der Schweizer Landwirtschaft immer mehr Pflanzenschutzmittel eingesetzt wurden, dachte noch niemand daran, in Bächen, Flüssen, Seen und im Grundwasser nach Rückständen zu suchen. Inzwischen ist klar, welche Probleme diese Produkte in der Umwelt verursachen.

Untersucht haben die Forscher den Boden des Moossees. Der kleine See in der Nähe von Bern ist typisch für viele Seen in der Schweiz, die durch die Landwirtschaft stark beeinträchtigt werden.

Mittels einer neuartigen Analyse des Seesediments wurde deutlich, dass seit den 1960er-Jahren sowohl die Anzahl der Pestizid wie ihre Konzentration massiv zunahm. Bei den meisten Mitteln wurden die höchsten Werte in den Seesedimenten ab Ende der 1990er-Jahre bis etwa 2010 gemessen, bei einem Viertel von ihnen stieg die Konzentration auch danach weiter an.

Das gilt vor allem für Fungizide. Seit 2002 wurde der Einsatz einzelner Produkte verboten – was sich schon wenige Jahre später an ihrer abnehmenden Konzentration nachvollziehen lässt. Doch nach wie vor lassen sich Produkte nachweisen, beispielsweise Herbizide, die seit 10 oder gar 20 Jahren nicht mehr eingesetzt werden dürfen.

Autor

Bruno Knellwolf

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