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Studie zeigt: Vergleich zwischen Corona und spanischer Grippe hinkt

Bei Coronapatienten kommt es häufig zu lebensbedrohlichen Lungenentzündungen und Thrombosen. (Symbolbild)

Bei Coronapatienten kommt es häufig zu lebensbedrohlichen Lungenentzündungen und Thrombosen. (Symbolbild)

Forschende des Zürcher Universitätsspitals (USZ) haben Autopsieberichte von Coronapatienten mit denjenigen der spanischen Grippe verglichen. Dabei zeigten sich frappante Unterschiede.

(agl) In keinem der Autopsieberichte zur spanischen Grippe würden sichtbare Blutgerinnsel erwähnt, schreibt das USZ in einer Mitteilung vom Mittwoch. Dagegen wurden bei 36 Prozent der 75 Coronapatienten, zu denen ein Autopsiebericht vorliegt, eine Lungenembolie angegeben. Dieser Befund stehe im Einklang mit der Erkenntnis aus früheren Studien, wonach Covid-19 zu vermehrter Blutgerinnselbildung führen kann, heisst es weiter.

Obwohl Autopsien bei Opfern des Coronavirus bisher selten seien, liessen sich daraus zweifelsfreie Schlüsse ziehen, schreibt das USZ: «Bei Covid-19 Patienten werden sehr oft eine fortschreitende, lebensbedrohliche Lungenentzündung sowie thromboembolische Ereignisse beobachtet.» Auch Blutgerinnsel in den feinsten Gefässen gebe es bei Corona-Patienten deutlich häufiger als bei Patienten mit einer «normalen» Grippe.

Im Rahmen der Studie wurden die Autopsiebefunde von 411 Patienten ausgewertet, die zwischen Mai 1918 und April 1919 im USZ an der spanischen Grippe verstorben sind und mit jenen der bisher veröffentlichen Covid-19 Autopsien verglichen.

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