Valentinstag
Heute Blumen bekommen? Wir zeigen, mit welcher Methode sie am längsten haltbar bleiben

Auch Valentinsblumen halten nur ein paar Tage. Um ihren Verfall hinauszuzögern, gibt es allerlei Hausmittelchen, nicht alle bringen etwas.

Inka Grabowsky
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Frisches Wasser

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Der wichtigste Tipp ist der einfachste. Schnittblumen brauchen frisches Wasser, am besten täglich. Ansonsten vermehren sich die Bakterien und verstopfen die Kapillaren in den Stängeln. Wichtig ist darum, dass die wasserführenden Kapillaren beim Anschneiden nicht gequetscht werden. Hartes Wasser mit vielen Mineralien bekommt Schnittblumen weniger gut als destilliertes Wasser. Optimal wäre ein pH-Wert von 4 bis 4,5.

Pflanzenstärkungsmittel

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Die Beutelchen vom Floristen enthalten vor allem Nährstoffe (Zucker), ein Netzmittel und Zitronensäure, die Mikroorganismen bekämpft. Die Industrie bietet Spezialnahrung für diverse Schnittblumen an. Wenn Knospen von Nelken oder Chrysanthemen sich öffnen sollen, brauchen sie Zucker, um die Strukturen dafür zu bauen. Rosen und Tulpen haben wieder andere Bedürfnisse.

«Während Rosen von einer Lösung mit 10 Gramm Nährstoffen pro Liter Wasser profitierten, brauchen Tulpen höchstens 5 Gramm», so Marcus Birkel, der Chrysal-Stärkungsmittel vertreibt. Tulpen wachsen in der Vase noch weiter, weil ihr Vegetationspunkt direkt unter der Blüte sitzt. Wenn sie zu viel Nahrung bekommen, wachsen sie mehr und kippen schneller um.

Brühen oder brennen

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Hartnäckig hält sich die Idee, Sonnenblumenstiele oder die Stängel von Weihnachtsstern oder Mohn einige Sekunden mit Wasser zu überbrühen, um ihnen ein längeres Leben zu schenken, weil diese Pflanzen Milchsaft enthalten, der Bakterien im Vasenwasser Nahrung biete und die Wasserleitungen verklebe. Ein Tauchbad in 60 Grad heissem Wasser lässt den Saft gerinnen.

Iris Hass-Tschrischke von der Hochschule Geisenheim hat im Experiment allerdings bewiesen: «Die Hitze beschädigt das Pflanzengewebe, und die Stiele vergammeln.» Das gleiche gilt für das Abflämmen mit dem Feuerzeug. Floristen, denen Schnittblumen von weither angeliefert werden, tauchen die Stängel oft einige Minuten in warmes Wasser, um Luftbläschen aus den Kapillaren zu vertreiben, also eine Gasembolie zu verhindern.

Kupfermünze

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Der Glaube hält sich hartnäckig, dass eine Kupfermünze das Wasser in der Vase länger frisch halte. Nun sind Kupferionen tatsächlich giftig für Mikroorganismen. Kupfermünzen im Wasser geben aber viel zu langsam ihre Wirkstoffe ab.

Alkohol und Aspirin

Auch ein Teelöffel Wodka auf einen Liter Blumenwasser bekämpft theoretisch Bakterien. Das Gleiche gilt für Spiritus oder Acetylsalicylsäure aus einer Viertel-Kopfschmerztablette. Das Problem ist die Dosis. Ausserdem ist Aspirin teurer als Blumennahrung.

Zucker und Zitronensaft

«Wenn Blumen mit einem Löffelchen Zucker in der Vase stehen, haben sich nach sechs Stunden die Bakterien so vermehrt, dass die Kapillaren verstopfen», sagt Bickel. Ewas Zitronensaft im Zuckerwasser aber macht Bakterien das Leben sauer. Und der Zucker liefert den Blumen Nährstoff, vor allem bringt er Energie für die biochemischen Prozesse in der wurzellosen Pflanze. Gleichzeitig stört er Ethylen, das die Blume altern lässt.