Leserbeitrag
Alle Finalteilnehmer waren Sieger

Am Aargauer Jugendschiessen nahmen die 100 besten Schützinnen und Schützen teil.

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Nach fünf Jahren Unterbruch - das letzte Aargauer Jugendschiessen war im Jahre 2004 in Berikon - wurde in diesem Jahr das 5. Aargauer Jugendschiessen durchgeführt. Nach der Qualifikationsrunde durften am vergangen Samstagnachmittag die 100 besten Schützinnen und Schützen - proportional nach den vier Kategorien verteilet - in der Regionalen Schiessanlage Lostorf in Buchs am Final teilnehmen.

Ab 13 Uhr herrschte emsiges Treiben in und um die schöne Schiessanlage im Lostorf. Die jungen Finalteilnehmerinnen und Finalteilnehmer, deren Puls sicher erhöht war, trafen mit ihren Betreuern und teils Eltern ein. Es war erfreulich, wie viele Eltern ihre Kinder an den Final begleiteten und sich davon überzeugen liessen, dass hier ein interessanter Sportanlass durchgeführt wurde.

Final ist etwas besonderes
Über 500 Schützen aus fast allen Teilen des Rueblikantones absolviertem auf dem Heimstand die Qualifikation. Am Final durfte alle fünf Teilnehmer der Kategorie A (Jugendliche und Junioren bis Jahrgang 1989, Standardgewehr), 60 Schützinnen und Schützen der Kat. B, (Junioren der Jahrgänge 1989 - 1992, 18 Schützinnen und Schützen Kat. C, (Jugendliche der Jahrgänge 1993 - 1995 und 12 Sportlerinnen und Sportler der Kat. D (Jahrgänge 1996 - 1999) teilnehmen. Die Finalteilnehmer der Kat. A und B schossen auf die Scheibe A 10, diejenigen deer Kategorien C und D auf die Scheibe A 5. In den Kategorien B, C, D musste der Wettkampf gemäss gültigem Reglement zwingend mit dem Sturmgewehr 90 absolviert werden. Am letzen Samstag musste festgestellt werden, dass nicht alle Leiter oder Finalisten das Reglement gelesen hatten. Dass der Final etwas Besonderes ist, merkten die Nachwuchssportler sehr gut. „Dieser Stand ist mir zu flach, ich schiesse lieber auf einer Anlage die ein wenig nach oben geht" erwähnte zum Beispiel Harry Küng aus Erlinsbach. In den Hinterköpfen war den Wettkämpfern bewusst, dass es um die „Wurst", resp. die Teilnahme um den zweiten Final geht. Und nicht Wenige schossen nach drei guten Probeschüssen eine nicht gerade optimale Punktzahl.

Vom 17. auf den Siegerplatz
In der Kategorie A waren aufgrund der absolvierten Doppel lediglich drei Schützen finaberechtigt. Deshalb haben die Organisatoren beschlossen, den Final 1. Teil nicht zu schiessen. Fünf Schützen wurden direkt für den zweiten Teil des Finals aufgeboten. Nach der Qualirunde lag der Tegerfelder Marco Baumgartner noch auf dem 2. Platz, am Schluss durfte er in der Kategorie A als Sieger die schöne Medaille in Empfang nehmen. Silber gewann Manuela Tuchschmid der SG Zufikon, sie schoss in der Kat. A als Einzige 99 Punkte auf die Hunderterscheibe. Von der gleichen Schützengesellschaft wie der Sieger kam der Bronzegewinner Dominik Müller. Mit dem 17. Rang qualifizierte sich Elia Köchli von der FSG Waltenschwil in der Kat. B für den Final. Nach dem ersten Teil des Finals belegte er noch den dritten Platz. Der dritte Schuss war dann ein Hunderter, er war der Einzige des ganzen Finalfeldes, die dieses Kunststück fertig brachte. Damit war der Grundstein gelegt für den Sieg. Die Plätze drei belegten die Boswiler Martin Keusch und Pascal Rossier. In der Qualifikation wie auch im ersten Teil des Finals lag der Sieger des Kategorie C, Yanik Blum des SSV Abtwil/Oberrütii auf dem sechsten Platz. Die Silbermedaille durfte hier Janik Stutz von der FSG Dietwil und die Bronzemedaille Annemarie Keusch von der SG Boswil in Empfang nehmen. Nach der Qualifikation für den Final belegte der Sieger der Kat. D den 14. Rang. Nun begann die Aufholjagd. Nach dem ersten Teil der Finalrunde war Roman Brunner auf dem sechsten Rang, also der Letzte der am Final teilnehmen konnte. Doch nach dem Absolvieren des zweiten Teils des Finals durfte der Bettwiler als Sieger die schön gestaltete Goldmedaille in Empfang nehmen. In der Qualifikation wie auch im ersten Teil des Finals figurierte der zweitplatzierte Dominik Lörtscher von der SG Boswil auf dem ersten Platz. Er verfehlte den Sieg nur um einen Punkt. Von der SG Seon ladete Florian Wyser auf dem dritten Platz.

Loben und nicht Kritisieren
Nicht nur bei den jungen Schützinnen und Schützen lagen die Nerven beim Final blank, auch bei den Betreuer und Eltern schlug das Herz schneller. Wie eng Erfolg und Niederlage beisammen sind, wurde bei diesem Final bewiesen. Nach den ersten sechs Einzelschuss musste danach nach jedem Schuss immer derjenige, der am wenigsten geschossen hatte, den Wettkampf verlassen. Hier kam es dann darauf an, wie die Schützinnen und Schützen, die aufstehen mussten, psychologisch betreut wurden. Denn Kritik war hier total fehl am Platz, Aufmunterung und Loben waren nun angesagt. Und dies funktionierte vor allem bei den Eltern, die Erfolg ihres Kindes sehen wollten, nicht überall.

Schiessen ist friedlicher Sport
Es wäre zu überlegen, ob im Zeitalter, in dem das Schiesswesen von allen Distanzen unter einem Dach sind, am Jugendschiessen im Aargau auch nebst der Distanz von 300m einen Pistolen- und Kleinkaliberwettkampf durchzuführen. Im Kanton Schaffhausen wird dies bereits so gemacht. Beim Absenden erwähnte der Mitorganisator der Jugendschiessens, Romano Brignoli, dass die Jungschützenleiter und -Leiterinnen, welche ihre jugendliche Schützen aufmunterten, am Jugendschiessen teilzunehmen, realisiert haben auf was es beim Schiesse an kommt. „Der Schiesssport ist ein friedlicher Wettkampf" erwähnte er emotional. Er ermunterte die Teilnehmer, das Feuer mitzunehmen an den Jugendtag des Eidgenössischen Schützenfests vom kommenden Jahr in der Region Aarau. Werner Häusermann, seiner Zeichens Präsident des Aargauer Schiesssportverbandes erwähnte, dass jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin des Finals bereits ein Sieger oder eine Siegerin ist. Er gab seiner Freude Ausdruck, dass die Jugend des Kantons Aargau dem Schiesssport frönen. (rebi)

Fotos:

Er hat gewonnen

. . . jetzt schiesse ich nur noch

Die Sieger der einzelnen Kategorien Marco Baumgartner, A, Elia Köchli, B, Yanik Blum, C und Roman Brunner, D. (v.l.n.r.) mit den Ehrendam und sowie dem Präsidenten des AGSV, Werner Häusermnan (rechts.

Die Sieger der einzelnen Kategorien Marco Baumgartner, A, Elia Köchli, B, Yanik Blum, C und Roman Brunner, D. (v.l.n.r.)

Manuela Tuchschmid, 2., Marco Baumgartner 1. und Dominik Müller , 3. (v.l.n.r.) belegten die Podestlplätze in der Kat. A

In der Kategorie B belegten Martin Keusch, 2., Elia Köchli, 1. und Pascal Rossier, 3. (v.l.n.r.) die Podestplätze.

Die schönen Medaillen durften in der Kat. C Janik Stutz, 2. Yanik Blum, 1. und Annemaire Keusch, 3. (v.l.n.r.) in Empfang nehmen.