leserbeitrag
Helikoptergeräusche und Reanimationspuppen auf dem Schulgelände der Primarschule Villigen

Corinne Suter
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Bild: Corinne Suter

Bild: Corinne Suter

(chm)

Der Heli-Wahnsinn! Stand zu Beginn die Idee im Raum, der 5. Klasse der Primarschule Villigen die Erste Hilfe näherzubringen, so fand sich am Ende ein Rettungswagen auf dem Pausenplatz ein und zwei Rettungshelikopter der Alpine Air Ambulance – kurz Tripel A – landeten auf der Spielwiese der Schule.

Am Montag, den 26.04.2021, begann für die Primarschule Villigen die jährliche Projektwoche. Die Klassenlehrperson der 5. Klasse erarbeitete gemeinsam mit ihrer Stellenpartnerin eine Projektwoche zum Thema «Rund um gsund». Bei diesem Motto darf die Rettung anderer nicht vergessen gehen. Als es an die Planung ging, war die Idee der Klassenlehrperson, einen klassischen Erstehilfekurs durchzuführen, natürlich adaptiert auf das Können und Wissen der Kinder. Mit diesem Anliegen trat sie an den Rettungssanitäter Stiafen Furger und die Pflegefachfrau Nicole Suter. Schnell waren sie von der Idee überzeugt und begannen mit der Ausarbeitung eines Programms. Doch ohne Rettungswagen funktioniere dies nicht, meinte Stiafen Furger. Bei einer weiteren Besprechung hiess es dann schon «was seisch, wänn au no en Helikoper chonnt?». Wie könnte man bei einem solchen Angebot Nein sagen.

So durften nun die Schülerinnen und Schüler der 5. Klasse in den Morgen starten. Schon in der Einführung wurde darauf hingewiesen, dass bei der Ersten Hilfe nur ein Fehler gemacht werden kann, und dies wäre jener, wenn man nichts macht. Danach konnten die Schülerinnen und Schüler an drei Posten neues Wissen erlangen und bereits vorhandenes Vorwissen vom Feuerwehrmorgen (findet jeweils für die 3. und 5. Klasse statt, organisiert durch die Feuerwehr Geissberg) auffrischen.

Am Posten BLS erfuhren die Schülerinnen und Schüler, wie sie richtig alarmieren. Dies durften sie spielerisch ausprobieren. Leider besteht die Möglichkeit, dass Kinder und auch wir Erwachsene eine Situation antreffen, bei welcher es nicht reicht, nur den Notruf 144 zu alarmieren. Somit wurde die stabile Seitenlage erprobt und an Reanimationspuppen die Herzdruckmassage geübt.

Beim Posten Rettungswagen konnten die Kinder den Rettungswagen besichtigen und auch gleich Hand anlegen. Eine Beinschiene wurde angelegt, Blutdruck und Sauerstoffwerte im Blut gemessen. Wie bei einem richtigen Ernstfall, wenn man als Ersthelfer vor Ort ist, wurden die Kinder miteinbezogen, wenn es darum geht, den Patienten auf ein Spineboard zu verlagern.

Der Höhepunkt aus Sicht der Schülerinnen und Schüler war wohl der Helikopter; um es zu präzisieren: Zum einen der Wind, den ein solcher Helikopter auslöst, und zum anderen im Cockpit eines Helikopters zu sitzen. Sie durften die Landung und den Start eines Helikopters sogar zweimal miterleben, da der Helikopter, welcher um 8.35 Uhr auf dem Pausenplatz gelandet ist, eine Stunde später zu einem Ernstfall aufbrechen musste. Kein Problem für den gut vorbereiteten CEO der Alpine Air Ambulance und Pilot Jürg Fleischmann. Kaum war der Helikopter in der Luft, stieg er zusammen mit Andy Röthlisberger ins Auto und beide fuhren zum nahe gelegenen Stützpunkt im Birrfeld. 20 Minuten später landeten sie mit der Ersatzmaschine erneut auf der Spielwiese, damit alle Kinder die Möglichkeit hatten, auf dem Sitz des Piloten Platz zu nehmen.

Das Interesse der Kinder war den ganzen Morgen über hörbar. Alle Helfer wurden mit Fragen überhäuft, so auch Jürg Fleischmann betreffend Helikopter und dessen technischen Eigenschaften. Verblüfft war er sicherlich als die Frage nach diesem «Ding» aufgekommen ist, welches dafür sorgt, dass der Helikopter nicht mit den Rotoren mitdreht. Hätten Sie die Antwort gewusst? Auch für Sie eine Lektion in Helikoptertechnik: Das «Ding» heisst Taumelscheibe.

Was den Kindern und den Lehrpersonen in Erinnerung bleiben wird, ist, dass wenn ein Mensch in Not ist, nur ein Fehler begangen werden kann, und dieser wäre, nichts zu machen.