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Palmstöm grüsst Kuddeldaddeldu

bruno gächter
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«Es ist schon ein tolles Gefühl, vor einem erwartungsvollen Publikum zu stehen und den eingeladenen Künstlern vermelden zu können: «Wir haben ein volles Haus!» Mit diesen Worten eröffnete Ursula Gächter vom Frauenforum der FDP Schlieren den Literaturabend im Pavillon Heckmann.

Der diesjährige Literaturabend war den Wortkünstlern Christian Morgenstern (1871-1914) und Joachim Ringelnatz, eigentlich Hans Bötticher, (1883-1934) gewidmet. Zusammen mit dem brillanten Oberengstringer Gitarristen Dani Solimine liess der Schauspieler Peter Kner die beiden Wortakrobaten zum Vergnügen der Zuhörerinnen und Zuhörer wieder lebendig werden. Wie Perlen auf einer Kette reihen sich Wort- und Sprachspielerein aneinander. Rührend schilderte Kner, wie das «Bam» im Gedicht «BIM BAM BUM» von Morgenstern dem BIM» nachfliegt. «Komm wieder, BIM, geliebtes Lamm! / Dein BAM liebt dich von Herzen!» Das BIM aber hat sich bereits dem BUM hingegeben. Und so ist BAMS Werben vergeblich.

Oder das Gedicht von Ringelnatz vom Nagel, der seiner Gattin nachweint, der Messingschraube, die ihn wegen eines Häkchens verlassen hat: «Ein Nagel sass in einem Stück Holz. / Der war auf seine Gattin sehr stolz. / Die trug eine goldene Haube und war ein Messingschraube.»

Solimine spielte auf seiner 7-saitigen Gitarre wunderbar zu den verspielten Texten. Genial, was er seinem Instrument entlockte. Halb hatte er die Stücke arrangiert, halb improvisierte er sie. Zuweilen spielte er auch in die Stimme Kners hinein und untermalte so etwa das Trippeln einer Maus oder den Glockenton durch die Nacht.

Am Ende der Lesung gab es viel Applaus für Peter Kner, Dani Solimine und für Marianne Heckmann, die wie all die Jahre zuvor den Umtrunk oder besser das «Bettmümpfeli» spendete.

Ursula Gächter, Frauenforum der FDP Schlieren