Leserbeitrag
Überparteiliche Wahlveranstaltung: Podiumsdiskussion in Oberentfelden

Thomas Friker
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Der Pavillon im Golfrestaurant in Oberentfelden war fast zu klein, um den gegen 100 Interessierten Platz zu bieten, welche der Einladung der Ortsparteien von Ober- und Unterentfelden gefolgt waren. Eine Veranstaltung in diesem Rahmen wurde nach 2007 und 2011 bereits zum dritten Mal durchgeführt. Bei all diesen Anlässen konnte man Herr Mathias Küng von der Aargauer Zeitung als Moderator gewinnen, welcher auch dieses Mal souverän durch den Abend führte und folgende Kandidatin und drei Kandidaten vorstellte: Dr. iur. Martin Killias von der SP, Strafrechtsprofessor an der Uni St. Gallen, Andre Rotzetter, Grossrat der CVP und Geschäftsführer des Vereins für Altersbetreuung im Oberen Fricktal, Nationalrat Hansjörg Knecht, Inhaber eines Mühlebetriebs und Ständeratskandidat der SVP sowie Maja Riniker, Grossrätin der FDP, Mutter von drei Kindern. Die Diskussionsrunde begann mit der Frage, ob die Aufhebung des Euro-Mindestkurses richtig war. Alle Teilnehmer waren damals vom Entscheid der Schweizerischen Nationalbank überrascht. Für Hansjörg Knecht war es jedoch der einzig richtige Entscheid. Andre Rotzetter ist überrascht, dass die erwartete Arbeitslosigkeit zumindest bis heute nicht im erwarteten Ausmass eingetreten ist. Für Maja Riniker ist jedoch die Angelegenheit noch nicht ausgestanden. Martin Killias bedauert, dass die Bankeninitiative der SP, für welche er 1977 Unterschriften gesammelt habe, im 1984 nicht zuletzt aufgrund der millionenschweren Kampagnen der Banken selbst abgelehnt wurde. Der Finanzplatz Schweiz und somit der Schweizer Franken wurden ständig gestärkt und der Werkplatz Schweiz vernachlässigt. Hansjörg Knecht widerspricht vehement, dass der Finanzplatz Schuld an der Misere sei, hierfür sei die EU mit ihrer stetigen Verschuldungs- und Geldpolitik massgeblich verantwortlich, weshalb es eminent wichtig sei, dass wir selbständig bleiben und ja nie in dieses Gebilde eintreten. Auf seine Forderung für bessere Rahmenbedingungen für die Wirtschaft sah er sich mit der Frage von Moderator Mathias Küng konfrontiert, wie dies mit der Masseneinwanderungsinitiative und den bilateralen Verträgen möglich sei. Er verwies auf die gegenseitige Abhängigkeit der EU und der Schweiz und den Bundesrat, der schon lange mit der Aufnahme der Verhandlungen hätte beginnen müssen. Dabei erhielt er sogar Unterstützung von Martin Killias, für welchen die Rückgängigmachung der Initiative keine Lösung wäre. Man müsse konstruktiv mit der Situation umgehen und die Verhandlungsposition des Bundesrates dürfe nicht ständig durch die Politik geschwächt werden. Die aktuellen Bilder von Asylanten machen alle betroffen. Andre Rotzetter macht den Anwesenden bewusst, dass es sich hier um Menschen handelt, welche eine menschliche Antwort erwarten. Kriegsflüchtlinge können nicht zurückgeschickt werden. Für Asylsuchende aus Afrika müsste man vor Ort lebenswürdigere Rahmenbedingungen schaffen, damit diese erst gar nicht kommen. Die Diskussionsrunde wurde abgerundet mit dem Thema Sozialsicherheit, bei welchem das zukünftige Rentenalter interessierte und unterschiedliche Meinungen zu hören waren. Auch beim Thema Energie 2050 gab es verschiedene Standpunkte. Es wurden Fragen aus dem Publikum beantwortet, bevor die Kandidierenden zum Schluss einen Werbespruch für ihre Wahl in einem Satz aussprechen durften. Der Abend endete mit angeregten Diskussionen unter den Teilnehmern wie auch mit den Kandidierenden bei einem reichhaltigen Apéro. (TFR)