Das Warten hatte ein Ende: Am Samstag wurde die Allmend Glanzenberg mit einer offiziellen Feier eingeweiht. Zum Fest erschienen sämtliche Vertreter des Stadtrates und die Stadtmusik Dietikon zeigte ihr Können. Dass das neue Erholungsgebiet geschätzt wird, davon zeugten die zahlreichen Besucher, die sich sonnten, assen und das schöne Wetter genossen. Derweil fuhren die Kinder in Mini-Rennwagen um die Wette.

Auf der grossen Wiese zwischen Limmat und Bahnhof Glanzenberg, wo bis 2016 die Tierauffangstation Limmattal beherbergt war, wurde ein Naherholungsgebiet für die Bevölkerung geschaffen. Neu sind hier Grillstellen, einer Spielwiese sowie feste sanitäre Einrichtung zu finden.

Gesamthaft kostete die Allmend Glanzenberg über 500'000 Franken. Daran beteiligten sich die Stadt Dietikon, die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) und der kantonale Natur- und Heimatschutzfonds. Letzterer gab 200'000 Franken für die WC-Anlage. Für diese hatte sich die Regionale 2025 stark eingesetzt.

Appell ans nachhaltige Böötlen

Der Dietiker Stadtpräsident Roger Bachmann bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit allen Beteiligten: «Ein solches Resultat ist möglich, wenn alle am selben Strick ziehen», sagte er. Das Grossvorhaben Allmend Glanzenberg sei 2016 entstanden und es erfülle ihn mit Stolz, mit diesem neuen Gebiet eine konkrete Massnahme zur Renaturierung und Weiterentwicklung des Limmatraums vorzuweisen.

Anschliessend richtete er paar ernstere Worte an die Hobbykapitäne, wie er die zahlreichen Gummiböötler nannte, die sich an heissen Tagen jeweils von Zürich bis nach Dietikon treiben lassen: «Dass solche Gummiboote nicht als Einwegprodukt genutzt werden, ist ein wichtiger Aspekt der aktuellen Klimadebatte», sagt er mahnend. Dass dem wirklich so ist, weiss auch Festbesucherin Jessica Honauer (27) aus Dietikon. «Ich bin mit einem vermeintlich unbrauchbaren Gummiboot unterwegs, das bei der Nötzliwiese im Abfall gelandet war. Aber nachdem ich ein Loch geflickt hatte, funktionierte es wieder», erzählte sie.

Badende und Böötler finden neu nicht nur zahlreiche neue Anlagen, sondern auch einen geebneten Ein- und Ausstiegsbereich in die Limmat vor. Jessica Honauers Bruder Paul zeigte sich zufrieden mit dieser Neuerung: «Ich kann es mir gut vorstellen, künftig hier aus der Limmat zu steigen. Auch wenn es weiterhin Leute geben wird, die sich bis zur Nötzliwiese treiben lassen, wird es sich ganz sicher besser verteilen», ist er sich sicher.

Ebenfalls vor Ort war FDP-Fraktionspräsident Olivier Barthe, der einen weiteren positiven Aspekt hervorhob. Durch die neue Allmend Glanzenberg könne auch das Freibad Fondli entlastet werden: «An heissen Tagen ist das Fondli stets gestossen voll. Die Allmend Glanzenberg ist für Badegäste eine gute Alternative». Für mehr Schattenplätze müsse man sich aber noch gedulden, bis die gepflanzten Bäumen gross seien, sagte er.

Gefahr nicht unterschätzen

Es sei ein wunderschöner Ort geworden und das Ziel sei nun, dass die neue Ausstiegstelle genutzt werde, meinte EKZ-Mediensprecherin Annette Hirschberg: «Man darf die Gefahr, die bei der Nötzliwiese durch die Nähe zum Kraftwerk besteht, nicht unterschätzen», sagte sie.

«Ein nettes Café oder ein kleiner Spielplatz aus Holz wäre noch schön gewesen», äusserte sich Tanja Da Cunha (43), die seit sieben Jahren in der Region zu Hause ist. Der Platz habe auf jeden Fall Potenzial, nun müsse das Gebiet bekannt werden, meinte sie: «Vermutlich sehen viele den Platz beim ersten Mal vorbeiziehen und kommen dann beim zweiten Mal hierhin, weil man sieht, das es toll ist, hier zu verweilen.»