Weiningen

Ausstellungsbesuch mit Folgen: Schüler im Dienste von Médecins Sans Frontières

Die Schüler der Oberstufe Weiningen.

Engagiert

Die Schüler der Oberstufe Weiningen.

Fünf Klassen der Oberstufenschule Weiningen sammeln eine Spende für Médecins Sans Frontières. Mit mindestens 10 000 Franken wollen die Erstklässler der Oberstufenschule Weiningen Personen in Not unterstützen.

«Wir haben uns ein ehrgeiziges Ziel gesetzt und möchten bei unserer Weihnachtsaktion etwa 10 000 Franken für einen guten Zweck sammeln», sagt Lehrer und Projektleiter Peter Nef. Einen noch höheren Betrag kam 2009 für die Osthilfe in die Ukraine von Jesuitenpater Hotz zusammen.

Kein Wunder also, dass auch dieses Jahr die Ziele hochgesteckt sind. Am 9. Dezember findet ein Theaterabend statt und am 14. Dezember vormittags ein Helfertag sowie nachmittags ein Sponsorenlauf.

«Ich werde meiner Mutter im Haushalt helfen und wenn ich noch Sponsoren finde, auch am Lauf teilnehmen», sagt Pascal Ringeisen vom Schülerrat. Die Idee, mit der diesjährigen Spendenaktion die Organisation Médecins Sans Frontières (MSF) zu unterstützen, hängt mit dem Besuch einer Ausstellung in Winterthur zusammen.

Der Beweis, dass die Spenden am richtigen Ort landen

Dort zeigte MSF ein Flüchtlingslager, welches bei den Schülerinnen und Schülern einen starken Eindruck hinterliess. «Wir möchten für einen guten Zweck sammeln und vor allem sicher sein, dass die Hilfe direkt am Ort ankommt», so Ringeisen.

Projektleiter Nef ist begeistert: «Mit dem gesammelten Geld eine gemeinnützige Organisation zu unterstützen, zeugt von grossem Respekt gegenüber den Menschen, die jeden Tag zum Teil unter schwersten Bedingungen ihre Arbeit verrichten.»

Médicins Sans Frontières besteht 2011 seit 40 Jahren. 1971 war es eine Gruppe von Ärzten und Journalisten, die dieses Hilfswerk ins Leben riefen. Am Freitag besuchte Steve Kienscherff von MSF die Weininger Oberstufenschule, um den Schülerinnen und Schülern die Organisation zu erklären. «Zu den damaligen Gründungsmitgliedern gehörte übrigens auch der französische Arzt und Politiker Bernard Kouchner», sagte Kienscherff. Klare Grundsätze und eine Charta geleitet vom Prinzip der Neutralität und Unparteilichkeit seien für jeden Mitarbeiter eine zwingende Verpflichtung. «Damit können wir den Beweis antreten, dass die Spenden auch am richtigen Ort eingesetzt werden», sagte Kienscherff.

Eine grosse Lebenserfahrung

Allein in der Schweiz kommen jedes Jahr etwa 100 Millionen Franken an Spenden zusammen, die zu einem grossen Teil in afrikanischen Ländern eingesetzt werden. Von jedem Spenderfranken fliessen 80 Rappen direkt zum Nutzniesser. Das garantiert MSF.

Die Schülerinnen und Schüler hörten den Ausführungen von Steve Kienscherff aufmerksam zu und wollten anschliessend ganz genau wissen, wie man sich einen solchen Einsatz vor Ort vorstellen muss. «Es gab einige gefährliche Momente während meiner Zeit in Afrika. Nicht zuletzt deswegen habe ich mich entschieden, vor einem Jahr in die Schweiz zurückzukehren», gibt Kienscherff zu.
Kienscherff beeindruckte die Schülerinnen und Schüler mit seinem Vortrag und mit Bildern von Einsätzen.

«Jetzt wissen wir, wofür das Geld eingesetzt wird», sagte Silja Mohler. «Welches Land oder welches Projekt von der Spendenaktion aus Weiningen profitiert, kann man zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, da es sich um eine zweckungebundene Spende handelt», erklärte Kienscherff.

Für den 36-jährigen Zürcher war der Einsatz bei Médecins Sans Frontières eine grosse Lebenserfahrung, die die Reflexion auf das eigene Leben massiv verändert. «Der kulturelle Austausch und die Solidarität unter den MSF-Mitarbeitern bleiben unvergessen. Für mich war es eine vielseitige und lehrreiche Zeit, denn jeder Einsatz war ganz nahe am Herzen», so Steve Kienscherff.

Meistgesehen

Artboard 1