Der Sturm Burglind, der gestern durch die Schweiz fegte, hat auch im Limmattal zahlreiche Spuren hinterlassen. Angefangen in Urdorf: Die dortige Feuerwehr hatte insgesamt drei Einsätze, wegen umgefallener Kandelaber und Bäumen, woran zwölf Feuerwehrleute beteiligt waren. So traf es beispielsweise an der Weihermattstrasse ein grösseres Baumexemplar (siehe Bild). Die meisten Einsätze zählte die Feuerwehr Schlieren, die zwölf Mal ausrücken musste. Die Mehrheit betraf entwurzelte oder gespaltene Bäume, die Kandelaber unter sich begruben oder Leitplanken ins Fundament drückten. Zudem deckte der Sturm drei Dächer teilweise ab. Insgesamt standen 21 Frauen und Männer im Einsatz. Rund ein Dutzend Einsätze zählte die Feuerwehr Birmensdorf-Aesch. Auch hier handelte es sich hauptsächlich um umgestürzte Bäume und vereinzelt abgedeckte Dächer.

In Uitikon rückte die lokale Feuerwehr sechs Mal aus. Am Uetliberg mussten zwei Bäume von der Strasse entfernt werden, und bei der Leuen-Baustelle fielen Abschrankungen herunter. Zudem sperrte man die Wälder an der Gemeindegrenze ab, sodass die benachbarten Einsatzkräfte die Schäden beseitigen konnten. Die Feuerwehr Unterengstringen rückte vier Mal aus, jene von Oetwil-Geroldswil zwei Mal. Grund waren stets entwurzelte Bäume, die beseitigt werden mussten. Gar keine Einsätze hat hingegen die Feuerwehr Oberengstringen zu vermelden.

Baugerüst lag auf Autobahn

Vier Mal rückte die Feuerwehr Dietikon aus, wobei insgesamt 35 Personen eingesetzt wurden. Neben Wasser in einer Unterführung und heruntergefallenen Fassadenteilen an der Schäflibachstrasse sorgte auch ein Baugerüst für einen Einsatz. Dieses hatte der Sturm bei Urdorf auf die A3 geweht, was zwischen dem Limmattaler Kreuz und dem Eggrain-Tunnel zu Stau geführt hatte, da die Fahrbahn auf eine Spur verengt werden musste.

Einen besonderen Einsatz gab es zudem beim Bahnhof Dietikon, wo ein Baum auf die Fahrleitung der Bremgarten-Dietikon-Bahn (BDB) gefallen war. Ab 11.47 Uhr war deshalb der Zugverkehr unterbrochen. Neben der Feuerwehr war daher auch die BDB-Betreiberin – die BDWM Transport AG –im Einsatz. Es ging Schlag auf Schlag: Um 11.50 Uhr bot sie Ersatzbusse für den Streckenteil zwischen Dietikon und Reppischhof auf. Dieser kam von der Garage der Limmat Bus AG beim Limmatfeld. Um 12.03 Uhr war der erste Ersatzbus beim Bahnhof und konnte die wartenden Passagiere Richtung Bremgarten aufnehmen. Von der BDB-Zentrale in Bremgarten aus wurde sodann der Strom auf der Fahrleitung in Dietikon abgeschaltet. 20 Minuten später war die Dietiker Feuerwehr vor Ort, die den Baum wieder von der Fahrleitung entfernte.

Probefahrt war nötig

Nach getaner Arbeit der Feuerwehr machte ein Lokführer der BDB um 13.17 Uhr eine Probefahrt ohne Passagiere und im Schritttempo, vom Bahnhof bis zur Haltestelle Stoffelbach. Sein Fazit: Es funktionierte alles wieder. So konnte der Zugverkehr also wieder aufgenommen werden. «Die Dietiker Feuerwehr hat super und auch richtig rassig gearbeitet», lobte Urs Marty, Leiter Betriebsführung bei der BDWM Transport AG. «Zuerst wussten wir nicht, ob die Fahrleitung bleibende Schäden hat. Entsprechend hatten wir uns schon auf eine längere Phase mit Ersatzbussen eingestellt», sagte Marty, der seit 2005 bei der BDWM arbeitet.

«Soweit ich mich erinnere, war dies nun das erste Mal, dass in der Dietiker Innenstadt ein Baum auf die Fahrleitung gefallen ist», sagte er. In trauriger Erinnerung ist aber der 13. Juni 2013, als ein gewaltiges Gewitter an der Bernstrasse oberhalb der Stadt ein Baum auf ein Auto fallen liess und so zwei Menschen tötete. Damals wurde ebenfalls die BDB-Fahrleitung beschädigt. Auf dem Rest der BDB-Strecke kam es gestern zu keinen Zwischenfällen.