Unterengstringen

Baustellen und Einbahn: Anschluss an Fernwärme wird Dorfverkehr beeinträchtigen

Aktuell prüft der Gemeinderat, ob er seine eigenen Liegenschaften wie die Schulanlage Büel A auch an das Fernwärmenetz anschliessen lassen soll.

Bis Herbst 2020 will die Limeco den Ausbau der Fernwärme in der Gemeinde fertigstellen. Aber nicht das ganze Dorf wird angeschlossen.

Ab September werden die Bagger zunächst bei der Bushaltestelle Sennenbüel und an der Einmündung der Büel- in die Dorfstrasse auffahren. Innerhalb eines Jahres reissen Bauarbeiter in Unterengstringen dann nach und nach weitere Strassenteilstücke auf, um Fernwärmeleitungen zu verlegen. Dahinter steckt die Limeco, Betreiberin der Dietiker Kehrichtverwertungsanlage (KVA), die seit Anfang 2017 ihr Regiowärmenetz im Limmattal ausbaut und immer mehr Haushalte mit Fernwärme versorgt. Läuft alles nach Plan, sollen die Arbeiten Ende Oktober 2020 abgeschlossen sein. «Es ist erfreulich, dass wir die Abwärme von der Abfallverwertung künftig auch in Unterengstringen nutzen können», sagt Tiefbauvorstand Markus Nydegger (SVP).

Kürzlich präsentierten Limeco-Verantwortliche die Details zum Ausbau an einem Informationsabend in Unterengstringen. Das Dorf wird von Weiningen her über die Zürcherstrasse mit Fernwärmeleitungen erschlossen. Im vergangenen Jahr wurden bei der Sanierung des westlichen Teils der Zürcherstrasse bereits die dafür nötigen Rohre verlegt. Von dort aus wird die Hauptleitung über die Büelstrasse an der Schulanlage vorbei bis zur Dorfstrasse führen. Parallel zur Autobahn soll die Leitung das Gemeindehaus passieren und nach dem Kreuzen der Weiningerstrasse bei der Engstringerbrücke in die Hönggerstrasse münden und weiter nach Oberengstringen führen. Dazwischen sorgen weitere Leitungen in Nebenstrassen für die Feinverteilung. «Wir prüfen derzeit, ob wir unsere eigenen Liegenschaften auch anschliessen lassen», sagt Nydegger. Beim Gemeindehaus stellt sich die Frage allerdings nicht, weil dieses mit einer eigenen Wärmepumpe geheizt wird. 

Von Weiningen über die Zürcherstrasse herkommend, wurde der erste Teil der Fernwärme-Hauptleitung bereits 2018 verlegt (grün). Von dort verläuft sie nach Süden über die Büelstrasse in die Dorfstrasse. Weiter östlich kreuzt sie die Weiningerstrasse und führt über die Hönggerstrasse weiter nach Oberengstringen. Alle blauen Teile sollen noch 2019 erstellt werden, alle roten Teile folgen 2020.

So verläuft die Hauptleitung durch Unterengstringen

Von Weiningen über die Zürcherstrasse herkommend, wurde der erste Teil der Fernwärme-Hauptleitung bereits 2018 verlegt (grün). Von dort verläuft sie nach Süden über die Büelstrasse in die Dorfstrasse. Weiter östlich kreuzt sie die Weiningerstrasse und führt über die Hönggerstrasse weiter nach Oberengstringen. Alle blauen Teile sollen noch 2019 erstellt werden, alle roten Teile folgen 2020.

Nicht ganz Unterengstringen erhält Zugang zum Fernwärmenetz, alle Häuser nördlich der Brunnmatt- und Talacherstrasse bleiben vorerst aussen vor. Seit mehreren Jahren tausche man sich zwecks Findung der Leitungsführung mit der Gemeinde und dem Kanton aus, sagt Stéphane Mächler, Leiter Erneuerbare Energien bei der Limeco. «Die Wirtschaftlichkeit ist ein entscheidendes Kriterium.» Im oberen Dorfteil stehen viele Einfamilienhäuser. Im unteren dagegen viele Mehrfamilienhäuser, die für die Fernwärme lukrativer sind, erklärt Nydegger.

Auch die Verträglichkeit der Bautätigkeiten für die Bewohner und Synergieeffekte mit der Gemeinde und dem Kanton seien wichtig, so Mächler. So plant die Gemeinde laut Nydegger, während dem Fernwärme-Ausbau gleichzeitig an diversen Orten Wasserleitungen zu ersetzen.

Eine Weiterführung der Hauptleitung über die Zürcherstrasse war keine Option, weil diese weiter östlich kurz vor dem beschlossenen Fernwärme-Ausbau saniert wurde und erneut hätte aufgerissen werden müssen.

Einbahnregime auf Dorfstrasse

Auch wenn die Arbeiten auf gewissen Teilstücken – etwa in der Nähe des Dreispitz – unter laufendem Verkehr geplant sind, wird der Fernwärmeausbau den Verkehr im Dorf beeinflussen. Um die Einschränkungen zu minimieren, erfolgen die Arbeiten etappiert. Die Dorf-, die Büel- und die Hönggerstrasse werden nächstes Jahr zeitweise zur Einbahnstrasse. Auch zwei Vollsperrungen sind im Dorf vorgesehen. Von September bis Dezember 2019 bleibt die Einmündung der Büelstrasse in die Dorfstrasse voraussichtlich gesperrt. Von April bis Juli 2020 folgt dann die Sperrung eines knapp 100 Meter langen Teilstücks der Dorfstrasse – vom Gemeindehaus bis zur Unteren Bergstrasse. Zudem wird der Parkplatz an der Weininger-strasse in der Nähe der Engstringerbrücke von Januar bis Oktober 2020 aufgehoben. Auch nach Fertigstellung des Hauptnetzes könne die Fernwärme im Dorf je nach Nachfrage weiter ausgebaut werden. «Die Verdichtung erfolgt nach Kundenwünschen», sagt Mächler.

Bereits seit 1985 versorgt die KVA in Dietikon das Industriegebiet Silbern vor der eigenen Tür mit Fernwärme. Seit 2017 läuft nun der von den acht Trägergemeinden Dietikon, Schlieren, Geroldswil, Ober- und Unterengstringen, Oetwil, Urdorf und Weiningen bewilligte Netzausbau. 170 Millionen Franken will die Limeco insgesamt investieren, um die Trägergemeinden sowie Spreitenbach an die Regiowärme-Versorgung anzuschliessen. Bereits im vergangenen Jahr wurden Wärmeleitungen in der Fahrweid gelegt und die Arbeiten in Geroldswil gestartet. Zurzeit sind die Bauarbeiter vor allem in Oetwil und Geroldswil aktiv, wo alle Arbeiten noch 2019 abgeschlossen werden sollen. Als letzte Gemeinde rechts der Limmat folgt dann 2021 Oberengstringen.

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