Zürich

Blick hinter die Kulissen: Das neue Eishockey-Stadion des ZSC nimmt rasant Konturen an

Bald wird für die ZSC Lions der alte Traum vom neuen, eigenen Stadion endlich wahr: Im Juli 2022 soll die Eröffnung stattfinden. Aus dem Theater der Träume wird dann offiziell die Swiss Life Arena, benannt nach einem der Hauptsponsoren des Baus.

Die Fassade zur Autobahnausfahrt hin steht schon weitgehend: gewellter Sichtbeton, in den ein riesiges ZSC-Logo einbetoniert ist. «Theater of Dreams» lautete der Projekttitel für das Eishockeystadion in Zürich-West der Architekten von Caruso St. John. Der Bau macht von Woche zu Woche sichtbare Fortschritte.

Bald wird für die ZSC Lions der alte Traum vom neuen, eigenen Stadion endlich wahr: Im Juli 2022 soll die Eröffnung stattfinden. Aus dem Theater der Träume wird dann offiziell die Swiss Life Arena, benannt nach einem der Hauptsponsoren des Baus.

Die auf Anfrage organisierte Baustellenführung für die Presse übernimmt Bruno Vollmer. Er ist COO der ZSC Lions, klubinterner Leiter des Stadionprojekts und spielte von 1987 bis 1997 im Profiteam des «Z». Jahrelang war er dessen Captain. «Machen wir einen Rundgang durchs Stadion wie am Spieltag», schlägt er vor, nachdem wir die Fassade besichtigt haben.

Das Garderobenvorbild stammt aus Vancouver

Vom Spielereingang auf der Westseite des Areals, das von den verbliebenen Schrebergärten nahe beim Juchhof begrenzt ist, gehts vorbei an der Trainergarderobe zwischen Betonwänden in den Umziehraum. Hier werden die Spieler sich ihrer Alltagskleider entledigen, wie Vollmer erklärt. Dann schreiten wir weiter in die 80 Quadratmeter grosse Garderobe.

Die ovale Garderobenform floss nach einer Besichtigung in Vancouver in das Projekt ein. «Wir haben seit zehn Jahren verschiedene neue Hallen in Europa und Nordamerika besichtigt», sagt Vollmer. Dabei habe man Ideen für das ZSC-Stadionprojekt gesammelt.

Auch das Captainteam der ZSC Lions sei einbezogen worden. Sie gaben Inputs für die Anordnung der Räume, in denen sich die Spieler primär aufhalten werden. Dazu gehören nebst der Garderobe auch ein Aufenthaltsraum mit Küche, WCs, eine Sauna, Kältebecken, Ruheräume, Räume für ärztliche Behandlungen und Physiotherapie.

Noch sind davon zum Teil gerade mal die Grundrisse sichtbar. Doch auf dem Weg von der bereits ausgeschalten ZSC-Garderobe zwischen Sichtbetonwänden durch den sogenannten Heroengang aufs künftige Eisfeld kommt schon fast so etwas wie Stadionatmosphäre auf.

Der Übergang von der Eisfläche zu Teilen der Zuschauerränge ist bereits ersichtlich. Gespielt wird dereinst in Ost-West-Richtung; die Strafbank liegt im Süden, Richtung Bahngleise und Üetliberg. Noch brennt die Sonne auf die Baustelle. Bald wird sie auf die Solaranlage des neuen Eisstadions scheinen.

Es handelt sich um einen Minergiebau. Nebst Solarenergie wird für die Energieversorgung der Swiss Life Arena auch die Abwärme aus dem nahen Klärwerk Werdhölzli angezapft.
Die 40'000 Kubikmeter Beton, aus denen der Neubau entsteht, mischen die Arbeiter direkt auf der Baustelle an. So lassen sich Lastwagenfahrten mit vorfabrizierten Betonelementen, wie sonst bisweilen üblich, vermeiden.

Herzstück sei der Business-Club

Für die 12'000 Zuschauer, die ab 2022 in die neue Arena strömen sollen, ist ein Gastronomiebereich mit rund 2000 Plätzen geplant. Herzstück sind laut Vollmer die 1200 Plätze im Business-Club; zudem sind 14 Logen und 110 «Dine & View»-Plätze vorgesehen. Am wichtigsten werde aber die Hexenkessel-Atmosphäre sein: Die vordersten Zuschauer sitzen weniger als zwei Meter von der Eisfläche entfernt. Die Tribünen sind viel steiler als im Hallenstadion. Auch die Terminkonflikte der ZSC Lions mit anderen Grossveranstaltungen werden nach dem Auszug aus dem Hallenstadion Vergangenheit sein.

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