Unterengstringen

Das Losglück verhalf der Primarschule Büel zur Wellenbahn

Für drei Wochen steht auf dem Pausenplatz der Primarschule Büel eine Pumptrack-Anlage.

Den sieben Frauen und Männern des Elternforums stand der Schweiss auf der Stirn, als sie die mit schwarzem Fiberglas überzogenen Holzelemente von den Paletten abluden. Aber auch wenn die Sonne gnadenlos vom Himmel brannte, verbauten sie in emsigem Tempo die einzelnen Teile des mobilen Pumptracks, der nun für drei Wochen auf dem Pausenplatz der Primarschule Büel in Unterengstringen steht.

Ein Pumptrack ist ein geschlossener, mit Wellen und Steilwandkurven versehener Rundkurs, der mit Velos, Kickboards, Skateboards oder Laufrädern befahren werden kann. Die Attraktion wird vom Sportamt des Kantons Zürich und der Koordinationsstelle Veloverkehr ermöglicht. Gemeinsam lancierten sie das Projekt Pumptrack.zh, das mit zwei mobilen Pumptrack-Anlagen seit Mai auf Schulhaustour ist.

«Als ich von dem Projekt erfuhr, war ich sofort davon begeistert», sagte Ivan Storto, Vorstandsmitglied des Elternforums der Primarschule Unterengstringen. Er fährt selbst sehr oft Velo und war mit seinen Kindern auch schon oft auf dem Pumptrack Sihlcity zu Besuch. «Es macht extrem viel Spass. Man kann seine Fähigkeiten austesten, bewegt sich aber dennoch in einem geschützten Rahmen.» Mit dem Vorstand des Elternforums wendete sich Storto deshalb an die Schulleitung in der Hoffnung, dass diese sich für das Projekt anmeldet.

Freude bei allen Beteiligten

«Die Idee gefiel mir auf Anhieb sehr gut», sagte Beda Durschei. Der Schulleiter der Primarschule Büel zeigte sich auch über die Eigeninitiative erfreut, die vom Elternforum ausging. «Sie erklärten sich gleich dazu bereit, das Personal für den Auf- und Abbau der Anlage zu stellen.» Dies sei eine notwendige Voraussetzung für die Anmeldung beim Projekt gewesen. An der Schulkonferenz sprachen sich auch die Lehrer für den Pumptrack aus und so konnte die Primarschule kurz vor Anmeldeschluss ihre Bewerbung einreichen.

Als das Sportamt ihnen dann tatsächlich die Zusage erteilte, war die Freude bei allen Beteiligten gross. «Vor allem wenn man bedenkt, dass sich über 70 Schulen beworben hatten und nur gerade 20 davon berücksichtigt werden konnten», sagte Storto. Am Ende musste das Los entscheiden und dabei hatten die Unterengstringer das Glück auf ihrer Seite. Nach der Zusage agierte Durschei als Bindeglied zwischen dem Kanton und dem Elternforum. Er klärte alles Organisatorische ab, sodass der Pumptrack am Montagnachmittag angeliefert werden konnte.

Unter der Leitung von Leandro Kienast, der als Fachperson der Firma Taketrail den Auf- und Abbau des Pumptracks koordiniert, schraubten die freiwilligen Helferinnen und Helfer des Elternforums die Bahn zusammen. «Ich hoffe, dass der Pumptrack hier ähnlich viel Freude bereitet, wie an seinem letzten Standort», sagte Kienast. «Die Kinder dort waren richtiggehend traurig, dass wir die Anlage wieder abbauen».

Die Anlage steht aber nicht nur den Schülerinnen und Schülern der Primarschule zur Verfügung. Ausserhalb der Unterrichtszeiten darf sie von der ganzen Bevölkerung benutzt werden. Storto ist überzeugt, dass sich der Pumptrack in Unterengstringen ebenfalls einer hohen Beliebtheit erfreut. Das zeigte sich bereits, als er und sein Team noch fleissig am Schrauben waren. Einige Male mussten Kinder vertröstet werden, die schon mit ihrem Velo oder dem Scooter auf dem Pumptrack loslegen wollten.

Autor

Sebastian Schuler

Meistgesehen

Artboard 1