Das farbige Licht der Wassershow in Barcelona, die speziellen Effekte von Singapur, die beweglichen Düsen des Wasserspiels in Las Vegas und viel ganz eigenes Flair. All das wird in den Wasserspielen in Schlieren zu sehen sein. Es ist das zweite Mal, dass Urs Habegger, Inhaber der Firma Effekte.ch AG in Schlieren, die Wasserspiele für das Stadtfest programmiert. Er bringt den Brunnen, die Effekte und lässt die Zuschauer staunen: «Es kommen immer wieder Leute zu mir und sagen, dass der Brunnen viel schöner ist als der in Las Vegas – dieser hat nämlich keine farbigen Lichter», sagt Habegger.

Reizüberflutung für die Besucher

Für dieses Jahr hat der Künstler sich etwas ganz Spezielles ausgedacht: «Passend zu der Wassershow wird es Musik geben und etwas ganz Neues. Dieses Jahr werden Bilder auf das Stadthaus projiziert.» Der Inhalt der Bilder sei extra für das Schlierefäscht erstellt und auf die Fläche des Stadthauses angepasst worden. «Dieses Jahr wird es eine Reizüberflutung geben – das ist ein multimediales Werk», sagt Habegger. Aber nicht nur die Programmierung ist dieses Jahr neu: Dieses Mal findet das Spektakel auf der Lätschwiese zwischen Stürmeierhuus und Stadthaus statt. Und: Während man beim letzten Mal nur vor der Fontäne stehen konnte, kann man das Spektakel dieses Jahr von allen Seiten betrachten. Ausserdem soll es doppelt so viele Fontänen geben. «Das ist ein ganz neues Erlebnis für den Besucher.»

Für Habegger sind die Wasserspiele eine Befriedigung: «Ich freue mich sehr, da ich mich künstlerisch ausdrücken kann.» Dass es nun wieder in Schlieren stattfindet, ist ein weiterer Pluspunkt für den Künstler, denn so ist es ein Heimspiel. «Ich komme aus Schlieren, umso mehr freut es mich, die Wassershow in meiner Heimat auszurichten.»

Das Projekt trage sich finanziell nicht selbst, alleine die Kosten der Lagerung seien so hoch wie die Einnahmen. «Es ist aber keine Frage des Geldes, ich mache das, weil ich es liebe, die Leute strahlen zu sehen – das erfüllt mich», sagt Habegger. Mit der Projektion auf das Stadthaus erfüllt er sich einen langersehnten Traum. Es sei schwierig, das ganze Programm zusammenzubringen und das Stadthaus miteinzubeziehen. Habegger weiss selbst noch nicht, wie das Ganze am Ende aussehen wird. «Ich bin gespannt und freue mich sehr darauf», sagt er.

«Wasser und Licht – das passt auf Anhieb nicht zusammen»

Das Wasserspiel zählt zu den Highlights des Schlierefäschts. Habegger plant die verschiedenen Shows Monate im Voraus. «Vor dem ersten Mal ging die Planung sicher zwei bis drei Jahre. Jetzt, da wir das Gröbste schon haben, planen wir zirka sechs Monate lang», erklärt er. Mitte Juli beginnt die Programmierung der verschiedenen Musikstücke. Pro Stück müsse er 20 bis 30 Stunden Arbeit einplanen. Der Aufbau der Anlage sei jedoch der kleinere Teil: «Das dauert eine Woche. Danach läuft alles automatisch.»

Eine Person sei dafür zuständig, den Knopf zu drücken, damit das Wasserspiel beginnt. Danach müsse er nur noch die Musik und die Beamer steuern. «Das ist ein Selbstläufer», sagt Habegger.

Nichtsdestotrotz müsse man die Anlage ein bis zweimal pro Tag reparieren. «Wasser und Licht – das passt auf Anhieb nicht wirklich zusammen. Das kann schon mal zu Problemen führen.» Einen Totalausfall schliesst der Künstler indes aus. Das Risiko bestünde, aber die Wahrscheinlichkeit sei sehr gering. Es könne jedoch sein, dass eine oder mehrere Düsen aufhören zu funktionieren. «Das fällt dem Zuschauer aber nicht auf – nur dem geschulten Auge.»

Am 30. August um 18 Uhr geht die Show los

Ab dem 30. August um 18 Uhr kann man jede Stunde 15 Minuten lang das Wasserspiel erleben. Da es tagsüber zu hell ist, wird die Light-Show mit den Bildern, die auf dem Stadthaus projiziert werden, erst ab 21 Uhr losgehen. Urs Habegger kann es kaum erwarten: «Die Leute werden etwas ganz Neues erleben, so etwas gibt es nirgendwo anders.»