Fussball 1. Liga

Der FC Dietikon siegt hochverdient – verliert aber seinen Goalie

Die Dietiker Fussballer gewinnen in der 1. Liga mit 2:0 gegen das Spitzenteam Linth 04. Torhüter Alpay Inaner verletzt sich nach einem harten Zusammenstoss mit einem Gegenspieler.

Zuerst die Fakten: Der FC Dietikon zeigte sich vom unglücklichen Cup-Out vor Wochenfrist gegen Schötz (6:7-Niederlage nach Penaltyschiessen) bestens erholt. Vor 155 Zuschauern rangen die Limmattaler am Samstag den bisherigen Tabellendritten Linth 04 mit 2:0 nieder. Die Treffer schossen Captain Raphael Meyer (19. Minute) und Lulzim Aliu (74.), der sein fünftes Tor der laufenden Saison erzielte.

In der Tabelle taten die Dietiker mit diesem Erfolg einen Sprung auf den achten Zwischenrang. Nach zehn gespielten Runden liegen sie drei Punkte vor den beiden Abstiegsrängen. «Wir haben heute eine solidarische Leistung gezeigt und immer dagegengehalten. Die Jungs haben genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Ich bin sehr zufrieden», äusserte sich FCD-Trainer Joao Paiva nach dem Schlusspfiff.

Bis der Liganeuling den vierten Dreier der laufenden Saison bejubeln konnte, mussten Fans und Spieler allerdings durch ein Wellenbad der Gefühle. Los ging es nach knapp einer Minute: Einen Rückpass von Aussenverteidiger Di Gregorio konnte FCD-Keeper Inaner nicht wunschgemäss wegspedieren, er schoss Linth-Stürmer Sabanovic an. Mit viel Glück landete der Querschläger nicht im FCD-Gehäuse, sondern daneben.

Die Gäste aus dem Glarnerland zogen in der Startphase der Begegnung ein regelrechtes Pressing auf, der FCD hatte in der Defensive alle Hände voll zu tun. «Meine Spieler haben Charakter gezeigt und bewiesen, warum man nicht gerne gegen uns spielt», so Paiva. Mit Erfolg: Nach der ersten Angriffswelle des Gegners holten die Gastgeber cool zum Gegenschlag aus: Captain Raphael Meyer stahl sich der Linth-Defensive davon und konnte nach 19 Minuten die Ecke aussuchen – 1:0 für den FC Dietikon.

Wegen Inaner-Ausfall kommt Smach zu seinem Debüt

Die Freude über den Führungstreffer währte indes nicht lange. Knapp zehn Minuten später stockte den Zuschauern kurzzeitig der Atem. Nach einem Zusammenstoss mit Linths Nemanja Petrovic blieb FCD-Keeper Alpay Inaner minutenlang liegen, musste gepflegt werden. Trotzdem konnte er nicht mehr weiterspielen. Mit schmerzverzerrtem Gesicht quälte sich der Pechvogel zur Auswechselbank und überliess seinen Platz dem neuverpflichteten, 19-jährigen Yassin Smach.

Der ehemalige FCZ-Nachwuchsspieler kam so unverhofft zu seinem Debüt im FCD-Dress. Der Grund für die Verpflichtung von Smach: Dietikons bisheriger Ersatzkeeper Alen Pehlic schloss sich United Zürich in der 2. Liga inter an und stand am Samstag bei der 4:5-Niederlage gegen Rüti im Tor der weiterhin punktelosen Stadtzürcher.

Es bleiben noch vier Meisterschaftsspiele

Nach dem Seitenwechsel hatten die Gäste optisch mehr vom Spiel, kombinierten sich immer wieder gefällig vor den Dietiker Strafraum. Doch die Glarner «Promitruppe» mit Akteuren wie dem 29-jährigen Brasilianer Guto (er spielte seinerzeit mit FCD-Trainer Paiva beim FC Wohlen in der Challenge League) oder dem langjährigen Super- und Challenge-League-Akteur Pascal Thrier (34) wirkte zu wenig entschlossen in ihren Aktionen. Anders der FCD: Eine knappe Viertelstunde vor dem Ende knallte Lulzim Aliu das Leder zum entscheidenden 2:0 in die Maschen.

Dank eines starken Torhüters Smach blieb in den restlichen Minuten die Null stehen.
Noch vier Meisterschaftspartien sind vor der Winterpause zu absolvieren. Beim FC Dietikon stellt sich eine zentrale Frage: Was tun, wenn Goalie Inaner langfristig ausfallen sollte? Nach dem überraschenden Abgang von Ersatzkeeper Pehlic hat man mit Smach Ersatz auftreiben können. Aber jetzt, wer soll nun Smachs Backup sein?

Auf die ganz und gar nicht ernst gemeinte Frage des Chronisten, ob er sich nicht ins Tor stellen wolle, dehnte FCD-Vizepräsident Peter Ardielli – in den 1990er-Jahren beim FCD ein eisenharter Defensivstratege – kurz die Beine, lockerte die Knie und sagte: «Nein, eher nicht.» Kein Zweifel: der Sportchef des FC Dietikon Christian Müller, übrigens ein ehemaliger Torhüter, ist in diesen Tagen gefordert. Am kommenden Sonntag steht nämlich das schwere Auswärtsspiel gegen Kosova an (15.30 Uhr, Buchlern)

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