Dietikon

Der Stadtrat sieht keine Möglichkeit für Coworking-Spaces am Bahnhof

Coworking-Spaces wären für Dietikon wichtig, meint FDP-Fraktionspräsident Olivier Barthe. (Symbolbild)

Der Dietiker Stadtrat hält Coworking-Spaces für eine gute Sache, setzt dabei auf private Initiative. Er könnte die Entwicklung aber zumindest etwas steuern, meint die FDP.

Der Stadtrat von Dietikon habe seinen Fokus insbesondere auf Kultur und Freizeit ausgerichtet; «er hat dabei die Wirtschaft etwas aus den Augen verloren», sagt Olivier Barthe. Der FDP-Fraktionspräsident hatte deshalb – gemeinsam mit den drei weiteren FDP-Gemeinderäten – eine Interpellation eingereicht, die den Titel «Arbeitsplätze nicht vergessen» trägt.

Erfolgreiche Städte würden sich durch ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kultur und Arbeit auszeichnen, heisst es darin. Während einer Liste aller Kulturräume den Rahmen seines Vorstosses sprengen würde, falle demgegenüber die Suche nach Coworking-Spaces in Bahnhofsnähe äusserst ernüchternd aus, sagt Barthe.

Dabei ist für ihn klar: Gerade derartige Gemeinschaftsarbeitsräume, in denen als eine Art Brutstätte neue Ideen entwickelt würden oder sich auch in neuem Rahmen alteingesessene Unternehmer mit ihren Kunden treffen könnten, wären für Dietikon wichtig.

Liegenschaften schon vermietet

Der Stadtrat listet in seiner Antwort nun wie von Barthe gewünscht alle Liegenschaften auf, welche die Stadt in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs besitzt. 16 Gebäude sind es im Umkreis von 400 Metern Luftlinie insgesamt, die unterschiedlich genutzt werden. Darunter befinden sich natürlich die «Krone» (Restaurant und Büro) und die Zehntenscheune (Kultur). Es gibt aber auch viele Wohnhäuser, die oft auch eine Gewerbe- oder Büronutzung aufweisen. Die Stadt betreibe mehrere der aufgelisteten Objekte in einer Mischnutzung, in denen «entweder Kultur und Arbeit oder Wohnung und Arbeit gemeinsam Platz finden», schreibt der Stadtrat.

Er sieht keinen Spielraum, um in den Liegenschaften neue Angebote zu schaffen. Denn alle seien vermietet oder würden sich aufgrund der räumlichen Verhältnisse nicht für einen Coworking-Space eignen. Deren Schaffung soll ohnehin «weiterhin durch private Initiativen vorangetrieben werden», hält der Stadtrat fest. Die Stadt, insbesondere die Standortförderung, setze sich dafür ein, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit derartige Projekte realisiert werden können. «Und falls sich in Zukunft in eigenen, zentral gelegenen Objekten die Möglichkeit zur Einrichtung eines Coworking-Space ergibt, wird dies geprüft.»

Die stadträtliche Antwort geht für Barthe grundsätzlich in die richtige Richtung, aber zu wenig weit: «Der Stadtrat könnte mehr steuern.» Bislang vermiete dieser seine Liegenschaften offenbar einfach passiv, dabei könnte er bei der Auswahl aktiv schauen, welche Geschäfte in den Liegenschaften untergebracht werden. «So liessen sich innovative Angebote fördern.»

Eine Antenne, die ausstrahlt

Gerade in Bahnhofsnähe wünscht sich Barthe ein Angebot, das als eine Art Antenne auch über die Stadt hinaus strahlt. Der FDP-Fraktionspräsident verweist auf den geplanten Innovationspark auf dem Flugplatz Dübendorf, auf den Technopark in Zürich und jenen in Winterthur. In Schlieren habe sich ja auch ein Biotech-Cluster gebildet, der heute über die Region hinaus Spezialisten und damit neue Ideen und neue Entwicklungen anziehe, führt Barthe weiter aus. «So etwas muss auch in Dietikon möglich sein.» Der Vergleich mit dem Dübendorfer Innovationspark hinkt natürlich wegen der Grösse, gibt auch Olivier Barthe zu. «So gross muss es auch gar nicht sein, auch eine kleine Antenne kann strahlen und so letztlich auch dazu beitragen, bestehende Arbeitsplätze zu sichern.»

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1