Gesundheit

Die Grippewelle rollt übers Limmattal – Peak Ende Januar erwartet

Viele Menschen müssen derzeit das Bett hüten. (Symbolbild)

Viele Menschen müssen derzeit das Bett hüten. (Symbolbild)

Seit Weihnachten steigt die Zahl der Grippe-Patienten und sie wird noch weiter zunehmen. Denn die Dreierimpfung wirkt oft nicht.

Die Schwelle zur Epidemie sei überschritten, meldete das Bundesamt für Gesundheit (BAG) kurz nach Weihnachten. Diese liegt bei 68 Grippefällen pro 100'000 Einwohner. Seither ist die Zahl der Verdachtsfälle weiter angestiegen. Eine Hochrechnung geht von aktuell 365 Grippe-Patienten pro 100'000 Einwohner aus. Auch im Limmattal müssen viele Menschen das Bett hüten.

Doktor Patricia Dirago von Medvadis Dietikon spürt ebenfalls eine Zunahme der Kurve. Ihr Terminkalender ist in diesen Tagen noch voller als sonst. Sie behandelt 20 bis 25 Patienten pro Tag. «Drei bis vier davon kommen mit einer Influenza-Infektion zu mir», sagt sie. Dabei handle es sich nicht in allen Fällen um die Grippe, sondern auch um den weniger schlimmen grippalen Infekt. Dirago vermutet, dass die Grippe über die Ferientage teilweise aus Südeuropa eingeschleppt wurde, wo diese schon im Dezember grassierte. Patienten behandelt sie bei Bedarf symptomatisch. Schwere Fälle weist sie ins Spital Limmattal ein.

Schwere Fälle hospitalisiert

Im Spital heisst es, die Grippekurve verlaufe fast deckungsgleich wie im Vorjahr. «Den Peak erwarten wir Ende Januar», sagt Dr. Roberto Buonomano, leitender Arzt Infektiologie. Die derzeitige Bettenauslastung entspreche der eher hohen und im Winter üblichen Belegung. «Dafür ist nicht nur die Grippe verantwortlich. Auch Erkältungen und Lungenentzündungen tragen das ihre dazu bei», sagt er.

Es seien aber auch einige Grippe-Patienten hospitalisiert worden, weil eine ambulante Behandlung nicht mehr ausreichte. «Betroffen sind Menschen in mittlerem bis fortgeschrittenem Alter», sagt er. In solchen Fällen werde der Grippen-Typ anhand der DNA bestimmt. Dies sei die Voraussetzung, um die richtige Behandlung einzuleiten. «Bei schweren Verläufen kann die Verabreichung von Tamiflu Sinn machen», so Buonomano.

Dreierimpfung deckt nicht alle Grippetypen ab

Der Infektiologe erwartet, dass die Grippe dieses Jahr etwas schwerer verlaufen wird als letztes Jahr. «84 Prozent der Ansteckungen sind auf B Yamagata zurückzuführen. Dieses Jahr haben wir das Pech, dass dieser Typ von der Dreierimpfung nicht abgedeckt ist», sagt er. Im Spital würden aber nur Viererimpfungen vorgenommen. Diese enthalten einen Schutz gegen B Yamagata.

Eine Grippeimpfung macht durchaus auch jetzt noch Sinn, gerade für Senioren, Schwangere sowie Lungen- und Herzkranke. «Allerdings dauert es in etwa zwei Wochen, bis der Impfstoff wirkt. In dieser Zeit sollte man sich nicht anstecken», sagt er.

Wer gesund ist, sollte sich regelmässig die Hände waschen, vor allem nach dem Besuch von belebten Orten, so Buonomano. Die Grippe wird durch Tröpfchen-Infektion übertragen, also durch Husten und Niesen. «Die Viren können aber auch mehrere Tage lang beispielsweise auf Geldscheinen überleben», sagt er. Wer bereits erkrankt sei, sollte öffentliche Verkehrsmittel oder Gebäude — vor allem Spitäler — meiden, um niemanden anzustecken.

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