Für die familienergänzende Kinderbetreuung müssen einige Urdorfer Eltern künftig tiefer in die Tasche greifen. Der Gemeinderat hat das Elternbeitragsreglement revidiert und die Kostenbeteiligung erhöht, wie er in einer Mitteilung schreibt. Ab dem 1. August treten die Anpassungen in Kraft.

Damit reagiert der Gemeinderat auf die steigende Nachfrage nach familienergänzender Betreuung in den letzten Jahren. Er erhöht das Betreuungsangebot. Diesbezüglich habe er mit allen Anbietern in Urdorf Leistungsvereinbarungen abgeschlossen. Um die damit verbundene Kostenentwicklung zu steuern, hat der Gemeinderat «ausgewogene Anpassungen bei den Beiträgen» beschlossen, wie er mitteilt. Die Gemeinde selbst übernimmt die Hälfte der Kosten an der Betreuung. Das hat der Gemeinderat den Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung 2011 bei der Vorstellung der Kita-Verordnung in Aussicht gestellt.

Betroffen von den Anpassungen sind vor allem Eltern, deren Kinder jünger als 18 Monate sind. Der Minimalbeitrag für die Ganztagesbetreuung fällt in diesem Fall um fast 18 Prozent höher aus. Heute zahlen Eltern von Säuglingen und Kleinkindern einen Minimalbeitrag von 27.60 Franken, ab August handelt es sich um einen Betrag von 32.50 Franken. Auch beim Maximalbeitrag gibt es Veränderungen. Derzeit müssen Eltern für die Ganztagesbetreuung einen Grundanteil von 132 Franken übernehmen. Das angepasste Reglement sieht einen Beitrag von 143 Franken vor. Das sind fast 8,5 Prozent mehr.

Weitere Anpassungen

Gleich verhält es sich mit der Halbtagesbetreuung mit Mittagessen und bei der Halbtagesbetreuung ohne Mittagessen. Die Minimalbeiträge für Kinder unter 18 Monaten steigen um rund 18 Prozent und die Maximalbeiträge um rund 8,5 Prozent. Angepasst wurde auch der Kostenanteil für die Betreuung in Tagesfamilien. Neu zahlen Eltern pro Betreuungsstunde einen Minimalbeitrag von 2.50 Franken statt wie aktuell noch 2.30 Franken. Der Maximalbeitrag bleibt bei 11 Franken.

Leicht mehr berappen auch die Eltern vorschulpflichtiger Kinder über 18 Monate. Der zu leistende Grundanteil pro Kind und Betreuungstag steigt von 23 auf 25 Franken, also um knapp 9 Prozent an. Gleichzeitig hat der Gemeinderat Änderungen beim Einkommens- und beim anrechenbaren Vermögensanteil vorgenommen. Derzeit beträgt der Einkommensanteil 1,17 Promille des massgebenden Gesamteinkommens. Ab August sind es 1,27 Promille. Neu setzt sich das Gesamteinkommen unter anderem aus 20 Prozent des 77'000 Franken pro Person übersteigenden gesamten steuerbaren Vermögens zusammen. Vor der Revision waren es nur 10 Prozent davon.

Künftig erhalten auch nicht mehr alle Urdorfer Eltern Subventionen. Der Gemeinderat hat im Reglement eine Einkommens- und Vermögens-Obergrenze eingeführt. Ab einem steuerbaren Einkommen von 100'000 Franken oder einem steuerbaren Vermögen von 200'000 Franken werden keine Subventionen ausgerichtet.