Urdorf

«Eng und gefährlich»: Limmattaler Kantonsrätin fordert 30 Millionen Franken jährlich für Velowege

Beim Umbau der Schönenwerdkreuzung 2018 sei das Velo bei der Planung vernachlässigt worden, kritisiert Sonja Gehrig.

Beim Umbau der Schönenwerdkreuzung 2018 sei das Velo bei der Planung vernachlässigt worden, kritisiert Sonja Gehrig.

Die Urdorfer Kantonsrätin Sonja Gehrig (GLP) möchte, dass 1200 Schwachstellen im kantonalen Velonetz behoben werden.

Rote Abschnitte der Veloroute enthalten Schwachstellen und orangene Abschnitte sind noch unterbrochen.

Das Velonetz des Bezirk Dietikon:

Rote Abschnitte der Veloroute enthalten Schwachstellen und orangene Abschnitte sind noch unterbrochen.

Plötzlich endende Velowege und nicht verbundene Velorouten sind der Urdorfer Kantonsrätin Sonja Gehrig (GLP) bereits seit längerem ein Dorn im Auge. Deshalb reichte sie am Montag ein Vorstosspaket beim Zürcher Kantonsrat ein. Dank den zwei Motionen und dem Postulat sollen die Velowege im ganzen Kanton sicherer werden. Auch im Limmattal sieht Gehrig noch Verbesserungspotential. Sie kennt die Velowege des Bezirks gut, da sie häufig mit dem Fahrrad zur Arbeit nach Zürich fährt. «Von Urdorf nach Altstetten komme ich gut durch», sagt sie. Trotzdem sei es Zeit, dass der Kanton mit den Gemeinden beispielsweise auch an der Veloschnellroute durch das Limmattal arbeite. Diese höre in Schlieren auf einmal auf. Lange habe man sich vor allem um die Freizeitrouten gekümmert, jetzt seien auch Alltagsrouten an der Reihe. «Mit dem Boom der E-Bikes während der Coronazeit wurden Mittelstrecken noch wichtiger und entlasten auch den Gesamtverkehr», sagt Gehrig.

In ihrer Motion bittet sie gemeinsam mit einer Allianz aus glp, Grünen, EVP, SP und AL den Regierungsrat, 30 Millionen Franken pro Jahr für die Behebung der rund 1200 Schwachstellen im Velonetzplan zur Verfügung zu stellen. Momentan budgetiert der Kanton dafür jährlich 15 Millionen Franken. Dieser Betrag wurde in den vergangenen Jahren nicht ausgeschöpft. Das solle sich nun ändern: «Durch eine Verdoppelung des Budgets wollen wir ein Zeichen setzen, dass man einen Zacken zulegen muss», so Gehrig. Das Ziel der Unterzeichnenden ist, dass bis 2030, mindestens ein Drittel der Schwachstellen behoben werden und der Velonetzplan bis 2050 lückenlos befahrbar ist. Dafür solle der Regierungsrat ein zusätzliches Bauprogramm erstellen.  

Schönenwerdkreuzung sei noch unbefriedigend

Doch damit nicht genug: Die Initianten um Gehrig wünschen, dass jedes Strassenprojekt systematisch überprüft und mit dem kantonalen Velonetzplan abgeglichen wird. Das schreiben sie in der zweiten Motion. «Es macht keinen Sinn, dass neue Strassen ohne Velowege gebaut werden, wenn der Velonetzplan diese vorsieht», sagt Gehrig. Es sei essentiell, dass der Kanton sich aktiv um durchgehende und sichere Velorouten kümmere. «Als Drittes ist der Austausch über die Situation der Velowege zwischen allen Beteiligten sehr wichtig», sagt Gehrig. Nur so können sichere Wege entstehen. Diese Kommunikation habe beispielsweise an der Schönenwerdkreuzung in Dietikon nicht funktioniert. Nach Intervention des Vereins Pro Velo, bei dem Gehrig im Vorstand sitzt, wurden an der Kreuzung einige Verbindungen verbessert. «In der Planung fehlte ein ganzheitlicher Blick auch für den Veloverkehr und das obwohl Schwachstellen im Velonetzplan vorhanden waren», so Gehrig. Das sei ein Nachteil in jeder Hinsicht. «Die Schönenwerdkreuzung ist für Velofahrende immer noch unbefriedigend. Nachbesserungen sind für Gemeinden meist anstrengend und teurer», so Gehrig. Auch andere Parteien wie der Dietiker SP-Gemeinderat Martin Steiner setzten sich für eine Verbesserung an der Schönenwerdkreuzung ein und merkten, dass grössere Änderungen kaum mehr zu realisieren sind. 

Wenn es eng wird, verschwindet der Radweg oft

Als Drittes bittet Gehrig den Regierungsrat in einem Postulat, die Standards für die Velowege auf den neusten Stand zu bringen. «Es gab Fälle, in denen man Platz für einen breiten Radstreifen gehabt hätte, die Leute aber nur einen schmalen bauten, weil die Vorgaben noch veraltet waren», so Gehrig. Das müsse sich ändern. Dank den aktualisierten kantonalen Richtlinien sollen auch Fuss- und Radwege weiter entflochten und Knotenpunkte sicherer gemacht werden. «Oft, wenn es eng und gefährlich wird, fallen die Velowege weg. Das kann doch nicht sein», sagt Gehrig.

Mit den Grünliberalen, Grünen, SP, EVP und AL dürfte das Vorstosspaket eine Mehrheit im Kantonsrat finden. Deshalb sieht Gehrig grosse Chancen, dass ihre Anliegen aufgenommen werden und man künftig ungestörter durch den ganzen Kanton Zürich radeln kann.

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