Urdorf

Er hofft auf rund 300 Läufer: Der 2-Stunden-Lauf ist zurück

Thomas Luginbühl hat die dreijährige Pause genutzt, um am neuen Konzept des Limmattalerlaufs zu arbeiten.

Der 2-Stunden-Lauf kommt nach einer Pause mit viel Neuem zurück. Auch der Name wird neu

Seit 1993 packten viele Leute aus Urdorf und Umgebung alle zwei Jahre ihre Turnschuhe, Sportkleidung und Trinkflaschen aus. Der 2-Stunden-Lauf hat immer Jung und Alt begeistert und aufgefordert, für den guten Zweck zu laufen.

Nun ist seit drei Jahren Pause. «Wir haben die Zeit genutzt, um etwas Neues auf die Beine zu stellen», sagt Thomas Luginbühl, Jugendarbeiter der reformierten Kirche Urdorf und Mitglied des Organisationskomitees. Die rückläufige Teilnehmerzahl sei einer der Gründe für die Veränderungen gewesen. Doch was hat sich nun geändert? «Der Lauf heisst jetzt Limmattalerlauf», erklärt Luginbühl. Der ursprüngliche Name des Laufes war Urdorfer 2-Stunden-Lauf, danach wechselte er zu Limmattaler 2-Stunden-Lauf. «Wir wollten den Fokus von den zwei Stunden wegnehmen, denn Tempo und Distanz wählt jeder selbst.» Der Name Limmattalerlauf beinhaltet keine Zeitangabe. Das sei besser für ungeübte Läufer: «Oft haben die Leute erschrocken reagiert und gesagt, dass sie niemals zwei Stunden laufen könnten, dass das unmöglich sei. Deswegen wollten wir weg von der Zahl.»

Der Lauf feiert sein 15-Jahre-Jubiläum

Doch der Name ist nicht die einzige Neuigkeit: «Es ist ein spezielles Jahr, denn wir feiern unseren 15. Lauf», sagt Luginbühl. Das Organisationskomitee habe viele Ideen gehabt, wie man das Jubiläum am besten feiern könne. «Am Ende haben wir uns für den zum Jubiläum passenden 15-Stunden-Lauf entschieden.» Die Regeln seien die gleichen wie bei jedem vorherigen Lauf: «Die Läufer suchen sich Sponsoren, die pro gelaufenen Kilometer bezahlen, oder sponsern sich gleich selbst.» Machbar sei dies als Gruppe, Stafette oder alleine. «Wie bis anhin ist es so, dass das Geld direkt an ein wohltätiges Projekt der Stiftung Horyzon geht – dieses Jahr zugunsten Haiti.»

Neu unterstützt das Komitee auch Projekte in der Region. Angemeldete Gruppen beziehungsweise Stafetten können 30 Prozent des erlaufenen Erlöses für eigene Zwecke nutzen. «Für neue Vereinstrikots beispielsweise», sagt der Jugendarbeiter.

«Bei dem Lauf ist es wichtig, dass die Essenz nicht verloren geht – der Fokus liegt auf demselben Anliegen.» Das Hauptthema bei dem Lauf sei es wie auch alle Jahre zuvor, so viele Spendengelder wie nur möglich zu verdienen, um das Horyzon-Projekt zu unterstützen. Bei der Stiftung handelt es sich um eine Schweizer Entwicklungsorganisation für Jugendliche. «Bereits seit 1993 gehen die gesammelten Gelder an die Stiftung», sagt Luginbühl.

Während der 15-Stunden-Lauf komplett neu ist, ändert sich bei dem ursprünglichen Lauf kaum etwas. «Die Grundidee ist die gleiche, nur die Strecke ist ein bisschen kürzer», sagt Luginbühl. Der 15-Stunden-Lauf beginnt am 14. September um Mitternacht und endet um 15 Uhr – zum gleichen Zeitpunkt wie der 2-Stunden-Lauf, der am selben Tag um 13 Uhr beginnt. Auch hier könne man sich dafür entscheiden, alleine oder als Stafette anzutreten.

«Jeder soll so laufen, wie er es für richtig hält»

«Die Zahl der Anmeldungen ist bis jetzt noch bescheiden», sagt der Jugendarbeiter. Nichtsdestotrotz hofft das Organisationskomitee auf zirka 300 Läufer. «Die Läufer müssen ja nicht die 15 Stunden durchmachen. Pausen sind natürlich erlaubt. Jeder soll so laufen, wie er es für richtig hält», sagt Luginbühl.

Er selbst hat den 2-Stunden-Lauf mehrmals miterlebt. Auch diesmal hat er sich angemeldet: «Ich gehe zusammen mit meinen Kollegen – wir machen die 15 Stunden als Stafette.» Ob er aber wirklich mitlaufen kann, werde sich noch zeigen. «Ich muss natürlich auch arbeiten, darum könnte es eng werden», sagt der Jugendarbeiter.

Neu kann man die Läufer via App mitverfolgen

Genauso wie seine Kollegen arbeitet Luginbühl in seiner Freizeit für das Projekt. Da die Anmeldung kostenlos ist, verdienen die Veranstalter kein Geld. «Es geht nicht ums Finanzielle, sondern darum, den Leuten eine Freude zu machen und Gutes zu tun.» Es sei jedes Mal toll, mitzuerleben, wie die Menschen für ein gemeinsames Ziel laufen. «Vom dreijährigen Kind über die Oma mit Stöcken bis hin zum Rollstuhlfahrer – jeder darf mitmachen. Sogar Hunde laufen mit», sagt Luginbühl.

Eine weitere Neuigkeit sei die Laufadministration, die jetzt über das Internet funktioniert. Eine junge Software-Firma hat eine App entwickelt, in der man die Läufer interaktiv verfolgen kann – wenn sie es denn wollen. «Dafür müssen sie nur ihren Standort freigeben, und schon sieht man, wo der oder die Liebste momentan seine Runden dreht», sagt Luginbühl.

Neben dem Lauf wird es noch ein Highlight geben. Am Vorabend findet ein Event statt, bei dem sich die Läufer mit Risotto stärken und sich zur Musik von The Sixpacks Stompers aufwärmen können. Zeitgleich wird es diverse Ehrungen geben: «Es gibt drei Läufer, die bei jedem einzelnen Lauf seit 1993 dabei waren – hoffentlich auch dieses Mal.» Es sei wertvoll und schön zugleich, zu sehen, dass der Lauf so beliebt ist.

Für den Lauf kann man sich bis zum 14. September auf www.limmattalerlauf.ch anmelden. Am liebsten mit vielen Sponsoren, wie Luginbühl betont. «Egal, wie viele Kilometer man läuft, dass man dabei ist, ist viel wichtiger.»

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