Dietikon

Eschenwelke am Vogelauspielplatz: Das Fällen der erkrankten Bäume geht weiter

Die Stadtgärtnerei hat zusammen mit der Baum und Garten AG am Samstag sechs kranke Eschen am Vogelauspielplatz geholzt. Die von Pilzbefall betroffenen Bäume wurden mit einem Sägekran gefällt.

Das Areal rund um den Vogelauspielplatz in Dietikon war am Samstagvormittag für zwei Stunden gesperrt. Der Grund war die von der Stadtgärtnerei Dietikon veranlasste Fällung sechs kranker Eschen. Den Auftrag dazu hatte die Baum und Garten AG erhalten.

«Die von Pilz befallenen Eschen erkennt man im Winter am Besenwuchs. Das sind ganz viele dünne Äste und Verästelungen», sagte Stadtgärtner Thomas Weber. Im Sommer erkennt man kranke Eschen an verwelkten Blättern. Die Eschenwelke ist ein aggressiver Pilz, der erstmals in den 1990er Jahren in Polen beobachtet wurde und sich von dort aus ausbreitete. Seit 2008 ist die Eschenwelke auch ein Problem für Eschen in der Schweiz. Der Pilz wandert von den Blättern in die Äste und befällt schliesslich den Baumstamm. Die Esche versucht, mit neuen Ästen dem Pilz auszuweichen, was den typischen Besenwuchs ergibt. «Kranke Eschen sind eine Gefahr für die Menschen, denn Äste und ganze Bäume könnten abbrechen oder umfallen», erklärte Weber. Deshalb sei eine Fällung angezeigt.

Bilder von der Fällung sechs kranker Eschenbäume

Stadtgärtner Thomas Weber erklärt weshalb kranke Eschen beim Vogelspielplatz gefällt werden

 

Der Winter sei der richtige Zeitpunkt für den Holzschlag, weil das Holz trocken ist und sich der Pilz so nicht weiterverbreiten kann, sagte Weber, der die Absperrung des Vogelauwegs gerade vornahm, während Baumpflegespezialist Reto Iseli von der Baum und Garten AG die kranken Eschen am Stamm mit blauem Spray markierte. Die Markierung diente seinem Mitarbeiter und Kranführer Samuel Kunz dazu, die Eschen zu erkennen, die Kunz Stück für Stück abholzen sollte. Der Kran verfügte über einen Greifarm mit Säge. Das gefällte Holz fiel so nicht in den Bach oder unkontrolliert auf den Boden, sondern konnte gezielt auf die Wiese deponiert werden.

Grillholz für Dietikon

«Das Holz wird in der nächsten Zeit abtransportiert und zu Grillholz für die Stadt verarbeitet», sagte Weber. In der kommenden Woche werde man hier mit Traktor, Windseilen und Motorsäge noch vier weitere kranke Eschen holzen müssen. Das könne durch die Stadtgärtnerei selbst ausgeführt werden. Der Kran der Baum und Garten AG war nur nötig für die schwieriger zugänglichen Bäume.

In den nächsten Wochen werde die Stadtgärtnerei eine Baumgruppe kranker Eschen beim Familiengartenweg fällen müssen, sagte Weber. Letztes Jahr mussten bereits 25 kranke Eschen beim Marmoriweiher entfernt werden. Weitere Eschen auf öffentlichen Plätzen hat es entlang der Bergstrasse bei den Schulhäusern Fondli, im Wolfsmatt und im Luberzen.

Sechsthäufigste Baumart

Gegen die Eschenwelke kennt die Wissenschaft im Moment kein Gegenmittel. Allgemein empfiehlt Valentin Queloz von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft, nicht gezielt neue Eschen zu pflanzen, sondern der Natur freien Lauf zu lassen. Auf dem Boden habe es von selbst Samen verschiedener Bäume, die wachsen könnten. Zwar sind zehn Prozent der Gemeinen Esche und alle Blumeneschen resistent gegen die Eschenwelke. Doch sei bereits ein Eschenprachtkäfer aus Russland im Anmarsch, der vielleicht in 15 Jahren die Schweiz erreicht.

Mit 4,6 Prozent ist die Esche in der Schweiz nach Fichte, Buche, Tanne, Ahorn und Lärche die sechsthäufigste Baumart. In Zahlen bedeutet dies, dass es insgesamt 500 Millionen Bäume in der Schweiz gibt, davon 23 Millionen Eschen. «Eine ähnlich drastische Baumkrankheit war in den 1970er Jahren das Ulmensterben, was dazu führte, dass es heute nur noch vereinzelte Ulmen gibt. Die Schweiz hat mit 46 einheimischen Baumsorten ohnehin nicht viele Baumarten», sagte Queloz. Die Zunahme von Baumkrankheiten erklärte er durch die Mobilität: Erreger würden vermehrt über den Welthandel, etwa via nicht genügend behandelte Holzpaletten oder Reisesouvenirs, weltweit verbreitet.

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