Bis vor kurzem trainierte Fabian Heeg das Frauenteam des FC Oetwil-Geroldswil. «Es war ein schwerer Schritt, die Mannschaft zu verlassen», sagt der in Zürich wohnhafte 29-Jährige.
Seit seinem 16. Lebensjahr war er Trainer von Juniorenmannschaften. Da er verletzungsanfällig war, musste er das aktive Fussballspielen aufgeben. Trainer zu sein, bot ihm die Möglichkeit, dennoch im Fussball tätig zu sein. «Ich glaube ausserdem, dass meine Fähigkeiten als Trainer besser sind als meine Fähigkeiten als Spieler», sagt Heeg und lacht.

Neue Herausforderung: Frauen trainieren

Zum Frauenfussball kam der Hörgeräteakustiker durch Zufall. Ein Trainerkollege überredete ihn, ein Frauenteam im Limmattal zu trainieren. Bereit für eine neue Herausforderung, kam Heeg so zum FC Oetwil-Geroldswil. Da ihn vor diesem Wechsel Juniorenfussball stets mehr interessierte als Frauenfussball, war er sich zunächst sicher: Die Frauen würde er nicht länger als ein halbes Jahr trainieren. «Die Tatsache, dass ich dann doch ganze vier Jahre bei ihnen blieb, zeigt, was für eine coole Mannschaft wir hatten.»

Eine Frauenmannschaft in der vierten Liga zu leiten, sei jedoch keine leichte Aufgabe. «Es war immer eine Herausforderung, neue Spielerinnen zu finden», erklärt Heeg. Der FC Oetwil-Geroldswil habe ausserdem nicht die Ressourcen, Nachwuchsspielerinnen von Kindesalter an zu fördern. Anders als bei anderen Vereinen seien Neuzugänge oftmals blutige Anfängerinnen. Heegs Meinung nach zeigt dies auch, dass Fussballspielen in der Schweiz bei Frauen noch nicht wirklich verbreitet ist: «Braucht man bei einer Männermannschaft neue Spieler, kann man den Nachbarn fragen. Jeder hat gewisse Grundkenntnisse im Fussballspielen. Nicht so im Frauenfussball.»

Trotzdem machte es dem 29-Jährigen stets Spass, das Frauenteam zu trainieren. «Ich fühlte mich nicht nur als Trainer, sondern auch als Teil der Mannschaft», sagt er. Der Zusammenhalt sei super gewesen. Als reine Autoritätsperson aufzutreten, hätte in der Frauenmannschaft gar nicht gepasst. «Bei Männern und auch schon bei Junioren braucht es öfter einen autoritären Trainer. Bei den Frauen war dies anders.» Aufgrund des guten Teamgeistes seien ihm einige der Spielerinnen vier Jahre lang treu geblieben. Zudem habe er dadurch tolle Bekanntschaften machen dürfen, die er auch weiterhin pflegen will.

Nach vier Jahren: Rückkehr zum Juniorenfussball

Zwar blieben die Frauen des FC Oetwil-Geroldswil in der vierten Liga, dort schlugen sie sich aber nicht schlecht. Einmal standen sie sogar kurz vor dem Aufstieg. Für den Trainer war dies ein einschneidender Moment: «Wir hatten so sehr dafür gekämpft. Dass wir den Sprung in die dritte Liga nicht geschafft haben, hat meine Motivation und die der Mannschaft ganz schön geknickt.»

Während der letzten Saison entschied er sich dazu, den FC Oetwil-Geroldswil zu verlassen. Künftig wird er die B-Junioren des FC Wettswil-Bonstetten trainieren. Die Zeit mit der Frauenmannschaft wird ihm aber in guter Erinnerung bleiben: «Ich bin ihnen dankbar für diese tolle Erfahrung.»