Wer bis Februar seine Fahrprüfung mit einem automatisch geschalteten Fahrzeug gemacht hat, bekam einen Eintrag in den Fahrausweis, der es untersagte, handgeschaltete Fahrzeuge zu fahren. Diese Regelung ist seit Februar aufgehoben: Wer mit einem Automaten fahren lernt, darf ohne Einschränkungen mit einem handgeschalteten Fahrzeug unterwegs sein.

Was für Auswirkungen hat die Gesetzesänderung auf Limmattaler Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer? Thomy Lüthi, Geschäftsführer der Fahrschule Team Humm aus Dietikon und seit 22 Jahren Fahrlehrer, sieht in der neuen Regelung kein Problem für sein Geschäft: «Es ist zwar eine Herausforderung, aber ich will mich nicht beklagen», sagt Lüthi. Das Positive sei, dass so die Fahrausbildung insgesamt günstiger werde, da man mit einem automatisch geschalteten Auto weniger Fahrstunden benötige. «Das könnte die Leute animieren, ihren Führerausweis zu machen», sagt er.

Anders sieht es Robert Jetter, Geschäftsführer der Fahrschule Jetter aus Urdorf: «Das neue Gesetz wird sicher keine Vorteile für Fahrlehrer bringen, da ein Schüler mit Automatikausbildung weniger Fahrstunden benötigt.» Es würden künftig ein Viertel der bisherigen Anzahl Fahrstunden wegfallen.

Zu reden gibt auch der Zwei-Phasen-Kurs. Diesen Kurs muss man nach Bestehen der praktischen Fahrprüfung absolvieren, um den definitiven Ausweis zu erhalten. Dass dieser auf einen einzigen Kurs gekürzt wird, findet er schwierig. Die Leiter der Kurse würden darum etwas anderes machen müssen und wahrscheinlich ins Fahrschul-Geschäft einsteigen. «Sie kommen in unseren Garten, weil sie Futter brauchen. Das Problem ist, dass die Nachfrage stagniert oder rückläufig ist», sagt Jetter.

«Nicht gerade glücklich»

Gabi Senn, seit 30 Jahren Fahrlehrerin im Limmattal und ebenfalls Geschäftsführerin einer Fahrschule, hatte «eine kleine Blockade», als das neue Gesetz bekannt wurde. «Es hat schon gewisse Existenzängste ausgelöst, wirklich glücklich darüber bin ich nicht», sagt sie. Sie gehe nicht davon aus, dass sie durch die neue Regelung mehr Fahrschüler bekomme. «Aber ich mache das Beste aus der Situation», sagt Senn. Inzwischen mache sie sich auch keine Sorgen mehr: «Egal was für ein Auto die Leute fahren. Es gibt immer stärkere und schwächere Fahrschüler, das Gesetz wird in der Stundenzahl nur eine kleine Veränderung bewirken.»

Thomy Lüthi glaubt, dass die Neuerungen gerade für kleine Fahrschulen ein Problem sein könnten. «Für Fahrschulen, die bisher nur ein Auto hatten, das handgeschalten funktionierte, wird es wohl schwieriger», sagt Lüthi. Diese müssten sich ein zweites Auto beschaffen, was höhere Kosten verursachen würde.

Wie viele Schülerinnen und Schüler jetzt nach der Änderung durchschnittlich während der Fahrschule von der Handschaltung zum Automatikgetriebe umsteigen werden, kann man laut Robert Jetter erst im Sommer oder Herbst sagen – bis jetzt sind es bei ihm um die zehn Prozent. Von Gabi Senns Schülerinnen und Schülern wechselten bereits gegen 70 Prozent zum Automaten, bei Thomy Lüthi waren es ungefähr 40 Prozent.

Die Befürchtung, dass es durch die Änderung mehr Unfälle geben könnte, hat keiner der befragten Limmattaler Fahrlehrer. Sie alle appellieren an den «gesunden Menschenverstand». Sie sind auch gleicher Meinung, was den Zeitpunkt der Umstellung anbelangt. «Es war sehr überraschend. Zack-Bumm, dann war plötzlich das neue Gesetz da», so Lüthi. Der Bundesrat hat die Änderung im Dezember 2018 beschlossen. Sie ist per 1. Februar in Kraft getreten. Jetter bemängelt die schnelle Umpolung von alt Bundesrätin Doris Leuthard (CVP): «Es war einfach zu kurzfristig.