Fussball

FC Schlieren bezwingt im Derby Urdorf

Zwei Torschützen im Direktduell: der Urdorfer Severin Sommer (links) und Schlierens Rachid Dos Santos (rechts).

Zwei Torschützen im Direktduell: der Urdorfer Severin Sommer (links) und Schlierens Rachid Dos Santos (rechts).

Mit 3:1 siegte Schlieren gegen Urdorf. Im Spiel wurden viele gelbe Karten verteilt.

Urdorfs Torhüter Sven Gammel ahnte zwar die Ecke. Und doch blieb er machtlos gegen Davide Lopez’ Strafstoss, der den Schlieremern in der Nachspielzeit nach einem Foul zugesprochen woro etwa zirkelte Dejan Peric einen Freistoss auf Schlierens Torhüter Marco Amore, und Marco Rako schoss den Ball kurz darauf knapp am Schlieremer Tor vorbei. «Ein Unentschieden wäre verdient gewesen», sagte Urdorfs Trainer Dragan Filipovic daher.

Allerdings hatten die Urdorfer in der Startphase Mühe mit den aufsässigen Gästen gehabt. Bereits nach wenigen Minuten konnten die Schlieremer zwei Torschüsse und einen Eckball verbuchen. «Wir haben einen guten Start erwischt», so Schlierens Trainer Besnik Ramadani. «Wir wollten Urdorf bewusst hoch angreifen. Aber dann haben wir das Szepter aus der Hand gegeben.» Folgen hatte dies für die Gäste nicht, im Gegenteil: Nach 40 Minuten kam Rachid Dos Santos nach einem Einwurf im Strafraum völlig freistehend an den Ball und zog direkt ab – 1:0 für Schlieren. Und kurz vor der Pause sorgte Alberto Perez mit einem wunderschönen Distanzschuss vom Mittekreis aus für das 2:0. Die Partie, so schien es, lief ganz zugunsten der Schlieremer.

Schlieren liegt neu auf dem zweiten Rang

Doch in der zweiten Hälfte wirkte Urdorf bissiger. Nach einer Stunde kamen die Hausherren zu ihrer bis anhin besten Chance, als Sommer im Duell mit Schlierens Amore unterlag. Schlieren blieb mit Kontern gefährlich. Den Anschlusstreffer per Penalty ein paar Minuten später hatten sich die Urdorfer angesichts der Spielanteile verdient. Aus Sicht der Zuschauer, die zu Urdorf hielten, sowieso: Immer wieder hatte das Schiedsrichtertrio mit Entscheidungen zuungunsten des Heimteams beim Publikum für Unverständnis gesorgt. «Es gab sicher die eine oder andere Szene, die man auch anders hätte pfeifen können», sagte Filipovic. «Aber wir können es nicht ändern.» Stattdessen legte er nach der Niederlage den Fokus auf seine Mannschaden war. Lopez traf mit einem flachen Schuss in die Ecke und machte damit alles klar für die Schlieremer in diesem Derby.

Der dritte Schlieremer Treffer fiel in einer Phase, in der Urdorf nochmals alles nach vorne geworfen hatte. Das Anschlusstor zum 1:2 durch Severin Sommer – ebenfalls mittels Penalty – gab den Hausherren nochmals sichtlich Schub. Sie kamen in den folgenden Minuten zu guten Chancen. Sft: «Ich bin stolz auf die Leistung der Jungs. Wir müssen in den nächsten Spielen so weitermachen.» So weitergehen könnte es nach Ramadanis Geschmack auch für die Schlieremer. Diese stehen nach dem Derbysieg neu auf Rang 2, punktgleich mit Leader Unterstrass. Was macht die Schlieremer in dieser Saison so stark? «Ich denke, wir haben viel Qualität dazugewonnen», so Ramadani. «Aber das Ziel bleibt, möglichst schnell 36 Punkte zu holen und mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben.» Und zudem sei der Fussball unberechenbar. Ramadani spielte damit auf den Platzverweis von Selvir Sutrak an. Mit Gelb-Rot musste der Schlieremer in der Nachspielzeit das Spielfeld verlassen. Er wird den Limmattalern zumindest am nächsten Sonntag in der Partie gegen Männedorf fehlen.

Neben Sutrak wurden zudem eine Reihe von Spielern auf beiden Seiten verwarnt, sogar ein Urdorfer Ersatzspieler auf der Bank wegen Reklamierens. «Es ist schade, dass so viele gelbe Karten gegeben worden sind», sagte Ramadani. Das ziehe Bussen nach sich – gerade in Zeiten von der Coronapandemie sei das ärgerlich.

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