Ein lauter Knall ertönte und es regnete Konfetti über die Spieler und die Mitglieder des Staffs des FC Dietikon. Von Präsident Renato Casanova und Christian Müller, Leiter der Sportkommission, hatten diese soeben den Pokal für ihren Aufstieg in die 1. Liga Classic überreicht bekommen. Und die Trophäe wurde sogleich herumgereicht: Diverse Spieler liessen sich mit ihr fotografieren. Gleichzeitig wurden Bierdosen geöffnet und Zigarren angezündet. Die Aufstiegsparty war eröffnet.

Zwei Stunden zuvor war die Stimmung bei den Dietiker Spielern noch nicht so ausgelassen gewesen. Es galt, sich auf den FC Aegeri zu fokussieren, den letzten Gegner in dieser Aufstiegssaison. Allerdings war schon vor dem Anpfiff klar, dass die Dietiker ihr Ziel bereits letzte Woche mit dem Sieg in Muri erreicht hatten. So standen die Spieler des Gegners Spalier, als die Limmattaler den Platz betraten. Und auch für Aegeri, das den Ligaerhalt bereits vor dieser letzten Partie geschafft hatte, ging es zum Saisonabschluss nicht mehr um viel.

Damit hatte das Spiel über weite Strecken freundschaftlichen Charakter. Beide Mannschaften gingen in den Zweikämpfen behutsam zu Werke, harte Fouls gab es keine, von Rudelbildungen ganz zu schweigen. Dafür sehenswerte Tore. Nach etwas mehr als einer Viertelstunde setzte sich Raphael Meyer in der Offensive herrlich durch und erzielte mit einem Schuss in die hohe Ecke das 1:0 für Dietikon.

Norelli schafft sein 24. Tor

Doch Aegeri hatte erstaunlich schnell eine Antwort. Nur vier Minuten später trafen die Gäste zum 1:1-Ausgleich. Dietikon blieb aber die spielbestimmende Mannschaft. Nach einer halben Stunde gingen die Limmattaler erneut in Führung: Adin Sljivar nutzte einen kapitalen Aussetzer in der Defensive der Gäste zum 2:1. Mit diesem Resultat ging es auch in die Pause.

In der zweiten Hälfte kam Dietikons Goalgetter Aleandro Norelli zum Zug: Der Stürmer erzielte nach etwas mehr als 50 Minuten das 3:1. Und nach einer Stunde erhöhte Gianluca D’Angelo auf 4:1. Die Partie war damit entschieden, doch den Schlusspunkt setzten die Gäste. Kurz vor Abpfiff erzielten sie noch ein zweites Tor. Wenige Minuten zuvor hatten sie Pech gehabt, dass sie nur die Latte trafen. Dennoch war der Dietiker Sieg alles in allem verdient. «Wir wollten diese letzte Partie gewinnen, der Siegeswille war da», sagte Norelli. «Aber klar: Man hat gemerkt, dass es nicht mehr um viel ging.» Der Stürmer selbst hätte mit etwas mehr Glück noch den einen oder anderen Treffer mehr erzielen können. «Aber ich freue mich auch für die anderen, die getroffen haben», sagte er.

Mit seinem Tor gegen Aegeri kommt Norelli auf 24 Treffer in dieser Saison und ist damit bester Torschütze der Dietiker. Mit seiner Quote hatte er massgeblichen Anteil am Aufstieg des Teams, was auch vom Verein anerkannt wurde: Norelli wurde zum Spieler des Jahres gewählt. «Das freut mich sehr, dass ich diesen Titel bekommen habe», sagte er.

Ein Coup mit Jakob Jakob

Ob Norelli auch in der nächsten Saison für Dietikon auf Torejagd gehen wird, ist noch nicht sicher. Der Stürmer würde gerne bleiben, könnte allerdings bei anderen Vereinen für Begehrlichkeiten sorgen – so wie viele andere Dietiker Spieler auch. «Wir führen diese Gespräche», sagte Christian Müller. «Die Mehrheit der Mannschaft sollte aber zusammenbleiben.» Ebenso wenig steht fest, welche Spieler der Verein verpflichten wird. «Wir sind aber schon von mehreren Spielern kontaktiert worden», sagte Müller. «Allerdings: Ein neuer Spieler muss zu diesem Team passen, sowohl sportlich als auch menschlich.»

Im Staff steht ein Wechsel allerdings schon fest: Assistenztrainer Rico Maissen, der die Dietiker verlässt, wird durch Jakob Jakob ersetzt, der bis Ende letzten Jahres Assistenztrainer bei den FC Zürich Frauen war. Damit ist den Dietikern ein regelrechter Coup gelungen. «Jakob hat viel Erfahrung», so Müller.

Auch klar ist, dass die Dietiker mit demselben Budget wie bisher weitermachen. Dieses sei ja nach dem Abstieg aus der 1. Liga vor drei Jahren gleich geblieben. «Wir wollen an unserer Philosophie festhalten, dass die Spieler in erster Linie bei uns spielen, weil sie Spass am Fussball haben», so Renato Casanova.

Bleibt noch die Frage, in welche Gruppe die Dietiker in der 1. Liga eingeteilt werden. Casanova und Müller hoffen, dass es die Gruppe 3 sein wird. «Dort spielen unter anderem Wettswil-Bonstetten und Red Star», so Müller. «Dann hätten wir einige Derbys.»