Neujahr

Gemeindepräsident über das Rezept zum Glücklichsein

André Bender ermuntert seine Oberengstringer Besucher, sich 2012 mehr Zeit fürs Glücklichsein zu nehmen.

Neujahrsansprache des Gemeindepräsidenten

André Bender ermuntert seine Oberengstringer Besucher, sich 2012 mehr Zeit fürs Glücklichsein zu nehmen.

André Bender sprach in seiner Rede zu Neujahr wengier über Politik als über das Leben schlechthin - und wie private Zeit und Glück beeinflusst werden können.

Oberengstringen In den Gläsern prickelt Oberengstringer Schaumwein. Die Besucher im Foyer des Gemeindehauses prosten sich zu, diskutieren angeregt und lauschen den Klängen von Panflötist Jörg Frei – einen unbeschwerten, feierlichen Start ins Jahr 2012 versprachen die ersten Minuten des Oberengstringer Neujahrsapéros am Sonntag. Doch dann liess der neue Gemeindepräsident André Bender (SVP) in seiner Ansprache aufhorchen: Der Neujahrsapéro der Gemeinde sei Neuland für ihn. Deshalb habe ihm der Gemeindeschreiber einen Tipp für seine Rede mit auf den Weg gegeben: Ein ausgedehnter politischer Vortrag werde von den Besuchern jeweils besonders geschätzt.

Wege zum Glück

Ein Augenzwinkern des Gemeindepräsidenten und die unmittelbar folgende Entwarnung liessen aufatmen: «Ich werde nicht über Politik sprechen, sondern über zwei viel wichtigere Themen: Zeit und Glück», kündete Bender an. Für einmal referierte er nicht über Tempo-30-Zonen oder über ein Parkierungsreglement, sondern darüber, wie der Mensch sein persönliches Glück selber beeinflussen kann: indem er seine Zeit richtig einsetzt. «Das Leben ist kurz, weniger wegen der kurzen Zeit, die es dauert, sondern weil uns von dieser kurzen Zeit fast keine bleibt, es zu geniessen», zitierte Bender den Philosophen Jean-Jacques Rousseau. Er lieferte sogleich ein umfangreiches Genussrezept: Sich Zeit nehmen für sich selber, öfter faulenzen, die Natur erleben, wandern und Velo fahren gehen – statt stets darüber zu klagen, dass man keine Zeit für solche Dinge hat. Sich Zeit nehmen für andere, sich um Freunde und Nachbarn kümmern und ihnen zuhören – statt die Gespräche abzublocken, weil man sich nicht mit ihren Sorgen belasten will. «Oder wie wäre es, einmal Zeit für den Besuch kranker oder einsamer Menschen einzusetzen?», fragte der Gemeindepräsident das Publikum. «Würde das nicht auch zu unserem eigenen Glück beitragen?»

Werbung für Gmeind

Nicht nur das private Glück könne und solle man selbst in die Hand nehmen, sondern auch das Wohlergehen der Gemeinde, so Bender. Mit einem Werbespot für den Besuch der Gemeindeversammlungen beendete er seine Ansprache doch noch mit einem politischen Appell – wie es sich für einen Gemeindepräsidenten wohl gehört.

Auch andere Apéro-Besucher blieben ihren Rollen treu mit ihren Neujahrswünschen: Der Präsident der Kreismusik Limmattal, Edi Lienberger, würde sich 2012 über mehr Zuwachs für den Blasmusikverein freuen. Der reformierte Pfarrer Jens Naske hofft, dass die Vereine den Dorfplatz häufiger nutzen und somit das vorhandene Dorfleben sichtbar machen. Und Jacqueline Dauschek von der Kulturkommission sagte: «Ich wünsche mir mehr Besucher für unsere kulturellen Angebote.» In diesem Sinn war der Jahresauftakt ein Erfolg: Der von der Kulturkommission organisierte Apéro füllte das Foyer des Gemeindehauses mit zahlreichen Gästen.

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