Statthalterwahl

Hofmann ist erleichtert über den Sieg, Leimgrübler bereit für ein juristisches Nachspiel

Simon Hofmann (rechts) ist neuer Statthalter. Er stösst mit Gérald Künzle, Präsident der FDP des Bezirks Dietikon, an.

Statthalterwahl Bezirk Dietikon

Simon Hofmann (rechts) ist neuer Statthalter. Er stösst mit Gérald Künzle, Präsident der FDP des Bezirks Dietikon, an.

Nach einem harten Wahlkampf hat Herausforderer Simon Hofmann das Rennen gemacht und ist neuer Statthalter des Bezirks Dietikon. Wie er und andere auf die Wahl reagieren.

Das Blatt hat sich gewendet: Konnte Adrian Leimgrübler (FDP), der ehemalige Dietiker Statthalter, den ersten Wahlgang vom Februar noch für sich entscheiden, hat am Sonntag im entscheidenden zweiten Wahlgang sein jüngerer Parteikollege Simon Hofmann das Rennen gemacht.

Das Resultat fiel deutlich aus: Über 8500 oder knapp 59 Prozent der Wählerinnen und Wähler sprachen sich an der Urne für Hofmann aus. Rund 5800 gaben ihre Stimme Leimgrübler, was einem Wähleranteil von knapp 40 Prozent entspricht. Das restliche Prozent ging auf das Konto von vereinzelten weiteren Personen.

Simon Hofmann konnte zehn der elf Bezirksgemeinden für sich gewinnen. Einzig in Oetwil trat Leimgrübler als Sieger hervor, allerdings auch dort mit nur 15 Stimmen Vorsprung sehr knapp. Im ersten Wahlgang hatten sich noch sechs von elf Bezirksgemeinden für ihn entschieden.

Die Wahlbeteiligung betrug 33,6 Prozent – nahezu identisch wie im ersten Wahlgang (34 Prozent). Am wenigsten schien die Wahl ausgerechnet in Schlieren, Leimgrüblers Wohngemeinde, zu interessieren: Erneut gingen dort nur rund ein Viertel der Stimmberechtigten an die Urne. Die höchste Wahlbeteiligung hatte mit 45 Prozent Aesch.

Im ersten Wahlgang kämpfte auch noch der Parteilose Ramon Steffen um die Gunst der Wählenden. Wo die Stimmen seiner überraschend zahlreichen Befürworter nach seinem Verzicht landeten, ist nun klar: Rund 3500 seiner damaligen 4000 Stimmen gingen zu Hofmann über und nur rund 500 zu Leimgrübler.

Grosse Erleichterung bei Hofmann

Die Freude über das deutliche Resultat war bei Hofmann gross. Er hatte sich, gemeinsam mit zahlreichen Unterstützern aus fast allen Parteien, gestern im Urdorfer Restaurant Steinerhof eingefunden, um auf den Wahlsieg anzustossen.

Dass dieser so deutlich ausfallen würde, hätte er nicht gedacht, sagte Hofmann: «Die Erleichterung ist sehr gross.» Nicht nur über den Sieg, sondern auch darüber, dass die «permanente Anspannung» aus dem Wahlkampf nun vorüber sei. Zudem sei nur schon die schiere Dauer des Wahlkampfs eine Herausforderung gewesen, sagte der 36-Jährige.

Froh über den Ausgang des gestrigen Wahlgangs war auch FDP-Bezirkspräsident Gérald Künzle. «Das Resultat ist eine klare Aussage des Stimmvolks, das deutlich den Wunsch nach einer Veränderung im Statthalteramt zum Ausdruck bringt», sagte er.

Künzle betonte, die Verantwortung für Adrian Leimgrübler liege nun beim Gewerbeverband in der Person von Gregor Biffiger, der Leimgrübler gedrängt habe, um sein altes Amt zu kämpfen, nachdem er bereits verzichtet habe.

Rolf Steiner, Präsident der Interparteilichen Konferenz des Bezirks, die Hofmann portiert hatte, sagte gestern, er sei vor allem froh, dass das Resultat so deutlich ausgefallen sei. «Mit dieser Klarheit gibt es auch einen guten Start im Amt.»

Bei der Justizdirektion, die wohl im Sommer – das genaue Antrittsdatum steht noch nicht fest – zu Hofmanns Arbeitgeberin wird, wollte man sich gestern nicht zur Wahl äussern und verwies an den Gesamtregierungsrat. Dessen Sprecher Andreas Melchior sagte: «Das ist ein deutlicher Entscheid der Limmattaler Stimmberechtigten, die damit Klarheit geschafft haben.»

Leimgrübler will Tanner einklagen

Im Hotel Sommerau in Dietikon, wo sich Leimgrüblers Unterstützer einfanden, gab es gestern nichts zu feiern. «Geld und Macht haben in diesem Kampf David gegen Goliath über Recht und Gerechtigkeit gesiegt», sagte Leimgrübler, der gehofft hatte, dass nach den Entscheiden der Staatsanwaltschaft und des Verwaltungsgerichts ein grosser Teil von Steffens Stimmen zu ihm übergehen würde. «Aber wirklich abschätzen konnte ich es nicht.»

Wie es nun weitergeht für ihn, weiss Leimgrübler nicht. Immerhin: Der Jahreslohn, den ihm das Verwaltungsgericht im Falle einer Niederlage im zweiten Wahlgang zugesprochen hat, gebe ihm nun genug Zeit, sich beruflich neu zu orientieren und eine Stelle im Rechtsbereich zu suchen. «Ich will mit der Sache nun abschliessen und vorwärts schauen», sagte der 57-Jährige. «Dennoch will ich, auch im Hinblick auf meine Zukunft, die Verleumdungen nicht auf mir sitzen lassen.»

So werde er «ganz sicher» eine der beiden Frauen, die sich beim Ombudsmann über ihn beschwert und damit den Stein ins Rollen gebracht haben, wegen falscher Anschuldigungen einklagen. Ebenso Marcel Tanner, den Präsidenten der Statthalterkonferenz: «Herr Tanner hat nachweislich gelogen, insbesondere indem er mich bezichtigt hat, während dreier Jahre keine Feuerwehrvisitationen besucht zu haben.» Eine Stimmrechtsbeschwerde, wie sie sein Anwalt im Fall einer Nichtwahl in Aussicht gestellt hatte, sei nach diesem deutlichen Resultat hingegen kein Thema mehr für ihn.

Vorerst wolle er sich nun vor allem «bei den vielen Leuten, die mich unterstützt haben, herzlich bedanken».

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