Gleich drei Limmattaler Mannschaften nehmen in der 3. Liga am Wochenende die Rückrunde in Angriff: der FC Engstringen und die beiden höchsten Teams des FC Oetwil-Geroldswil. Dabei ist die Ausgangslage für Oetwil-Geroldswil I am komfortabelsten. Die Mannschaft von Jean Marie Broggi hat in der Hinrunde überzeugt und insgesamt 23 Punkte gesammelt, nur zwei weniger als Leader Wollishofen.

Zudem kehren mit Marco Brandenberger und Christian Geiger zwei Langzeitverletzte zurück. «Wir konnten das Trainingslager in Spanien mit 24 Spielern durchführen», sagt Broggi. «Die Vorbereitung ist gut gelaufen.»

Und zum Auftakt der Rückrunde kommt auf Broggi und sein Team mit Oberrieden ein Gegner, der zumindest auf dem Papier als Underdog gilt: Die Oberrieder sind nämlich Tabellenletzte. Mit einem Sieg auf der heimischen Werd könnte Oetwil-Geroldswil I sogar die Tabellenspitze übernehmen.

Während Broggis Team also Anschluss zur Tabellenspitze hält, ist die Situation für die zweite Mannschaft von Oetwil-Geroldswil einiges ungemütlicher. Michi Eggers Team befindet sich nach nur einem Sieg aus der Hinrunde unter dem Strich und ist ernsthaft abstiegsgefährdet. Fünf Punkte fehlen auf den rettenden zehnten Platz, den zurzeit Tetova besetzt.

Verstärkt wurde die Mannschaft während der Winterpause trotzdem nicht. «Es ist so: Wir haben ein knappes Kader», sagt Egger. Daher habe man auch kein Trainingslager absolviert, sondern nur ein Trainingsweekend in Chur. «Viele bei uns sind beruflich engagiert», so Egger. «Daher ist es auch nicht sinnvoll, ein Trainingslager zu organisieren.» Mit der Vorbereitung ist der Trainer aber zufrieden. Nun gehe es darum, dass die wichtigen Spieler gesund und fit bleiben, damit man noch den Sprung über den Strich schafft.

«Wir können vier, fünf Teams schlagen, aber wir brauchen Disziplin, Wettkampf- und auch Verletzungsglück», sagt Egger. «Dann sollte es eigentlich reichen.» Und wenn nicht? «Dann ist das auch kein Beinbruch», so Egger. «Wir haben nicht den Druck, unbedingt in der 3. Liga bleiben zu müssen.»

Höhere Trainingsintensität

Einen Beitrag dazu leisten könnten die Oetwiler gleich zum Auftakt der Rückrunde, wenn sie am Sonntag auf Tabellenschlusslicht United Zürich II treffen. Zwar haben die Zürcher sechs Punkte Rückstand auf die Limmattaler, Eggers Team kann also selbst bei einer Niederlage nicht auf den letzten Platz zurückfallen. Dennoch sei die Partie wichtig und wegweisend, so Egger: «Bei einer Niederlage würde der Abstand gegen oben wohl noch grösser werden.»

Eggers Team ist also gleich zu Beginn der Rückrunde gefordert, um dorthin zu gelangen, wo sich Engstringen, das in derselben Gruppe spielt, schon befindet: über dem Strich. Die Engstringer befinden sich auf Rang 9 und haben mit sechs Punkten Vorsprung auf Oetwil-Geroldswil II ein einigermassen komfortables Polster auf den ersten Abstiegsplatz.

Um dieses zu halten, hat Trainer Roger Balmer das Training intensiviert. «Wir haben die Anzahl Trainingseinheiten gegenüber letztem Winter erhöht», sagt er. «Wir konnten dieses Jahr sogar in ein Trainingslager fahren, das auf Mallorca stattfand.»

Echter Prüfstein zum Auftakt

Während dieses Trainingslagers legte Balmer jedoch nicht nur Wert auf den sportlichen Aspekt. «Für mich als Trainer war auch wichtig, dass wir unseren Teamspirit sowie unseren Charakter und unsere Mentalität erhöhen konnten. Daher war es eine sehr erfolgreiche, spannende und erlebnisreiche Woche.» Auch er konnte alle Einheiten mit allen Spielern absolvieren. Einer dieser Spieler ist ein Neuer: Samir Sejfulai, der von den A-Junioren in die erste Mannschaft befördert wurde.

Für die Engstringer wird die erste Aufgabe in der Rückrunde allerdings auch gleich zu einem echten Prüfstein. Sie empfangen am Sonntag Wiedikon, das immerhin auf Platz 5 in der Tabelle steht. Mit einem Sieg könnten die Engstringer einen grossen Schritt in Richtung Ligaerhalt machen. Bei einer Niederlage und gleichzeitigem Vollerfolg von Oetwil-Geroldswil II dürften die kommenden Wochen richtig spannend werden.