Schlierefäscht

Im Stürmeierhuus werden die Hoffnungsträger der Menschheit portraitiert

An der Ausstellung «Hoffnungsträger» werden Personen vorgestellt, die sich besonders für das Wohl anderer Menschen eingesetzt haben. Doch bis jetzt besuchten nur wenige Leute die Ausstellung.

«In der heutigen Zeit denken viele Menschen, dass sie machtlos sind und nichts bewirken können. Ich möchte hier allerdings aufzeigen, dass eine einzelne Person viel Gutes tun kann», sagt Urs Trüb, Diakon der reformierten Kirche in Schlieren. Er hat die Ausstellung «Hoffnungsträger» organisiert. Während des Schlierefäschts werden im Stürmeierhuus verschiedene Persönlichkeiten aus der ganzen Welt vorgestellt, die karitativ tätig sind. Auf ganz unterschiedliche Art und Weise haben diese Personen Menschen in der Not geholfen. Dies passe zum Motto «Schliere lacht», da diese Leute vielen Menschen Freude bereitet hätten, sagt Trüb.

Neben einigen weltbekannten Namen wie Greta Thunberg und Roger Federer werden in der Ausstellung auch weniger bekannte Gesichter portraitiert. So ist ein Stand etwa der Britin Rosie Swale Pope gewidmet. Nachdem Popes Mann an Krebs verstarb, wanderte sie im Alter von 57 Jahren einmal rund um den Globus – für einen guten Zweck: Sie sammelte Geld, um die Krebsfrüherkennung zu fördern.

Zudem finden sich auch zwei Limmattalerinnen in der Ausstellung: Hélène Vuille, die gegen die Verschwendung von Lebensmitteln kämpft, und Vanja Crnojević, die sich für das Wohl von Flüchtlingskindern in Serbien einsetzt. «Man könnte über alle hier gezeigten Personen etliche Geschichten erzählen», sagt Trüb, der voller Begeisterung durch die Ausstellung führt.

Er ist ein riesiger Fan von Biografien

Auf die Idee zur Ausstellung kam Trüb aus persönlichem Interesse: «Ich bin ein totaler Biografie-Fan.» Er verschlinge ein Buch nach dem anderen und sei davon beeindruckt, was diese Leute erreichen.

Wer Genaueres über die jeweiligen Personen erfahren möchte, kann in den Büchern schmökern, die bei jedem Ausstellungstisch bereitliegen. Zudem können diese Bücher auch direkt an der Ausstellung bestellt werden – noch dazu günstiger als in der Buchhandlung.
Einige Bücher sind thematisch geordnet. So sind etwa verschiedene Biografien zur Thematik «Freiheit trotz Handycap» ausgestellt. Bei diesen Büchern geht es um Personen, die trotz körperlicher Beeinträchtigungen Grosses erreicht haben. Zudem findet sich in einem der beiden Ausstellungsräume ein Regal mit Biografien, die in Buchhandlungen nicht mehr erhältlich sind. «Viele dieser Biografien sind aus meiner eigenen Sammlung», sagt Trüb. Sie können für einen Mindestbetrag von fünf Franken erstanden werden. Das Geld, das dabei gesammelt wird, fliesst in ein Hilfswerk.

Dass besonders viele Frauen in der Ausstellung portraitiert werden, ist laut Trüb reiner Zufall gewesen. Bei seiner Recherche entdeckte er ausserdem, dass die Stiftungen «Brot für alle» und «Fastenopfer» eine gemeinsame Kampagne lanciert haben, in der 50 aussergewöhnliche Frauen vorgestellt werden. Diese Frauen hätten in ihren Heimatländern viel für Menschen in der Not getan und würden deshalb zum Thema der Ausstellung passen.

Der Diakon habe die Stiftungen angeschrieben und mehr Ausstellungsmaterial zur Verfügung gestellt bekommen, als er gedacht hatte. Damit die anderen Stände nicht in den Hintergrund geraten, hat Trüb einen abgesonderten Bereich für diese 50 Frauen eingerichtet. «Wir haben jetzt quasi eine Ausstellung in der Ausstellung», sagt Trüb.

Sehr wenige, aber umso beeindrucktere Gäste

Am kommenden Freitag zwischen 18.30 Uhr und 21 Uhr wird die Autorin Damaris Kofmehl im Stürmeierhuus anzutreffen sein. Auch ihr ist ein Stand in der Ausstellung gewidmet. «Sie hat grossartige Bücher geschrieben, in denen das Leben von gescheiterten Existenzen erzählt wird, die wieder Halt im Leben finden», erzählt Trüb. Während der gesamten Ausstellungszeit kann darüber hinaus an einem Ausstellungswettbewerb teilgenommen werden. Zusätzlich kann ein Quiz ausgefüllt werden, bei dem es Sofortpreise zu gewinnen gibt.

Bisher habe die Ausstellung aber nicht wirklich viele Gäste angelockt. Dies sei möglicherweise der Lage geschuldet, sagt Trüb. «Viele Leute schlendern durch das Schlierefäscht und kehren um, bevor sie beim Stürmeierhuus ankommen.» Doch die Gäste, die da waren, seien fasziniert gewesen. Mehrere Besucherinnen und Besucher versicherten dem Diakon, dass sie noch einmal kommen werden.

Autor

Manuel Reisinger

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