Dietikon
In sportlichem Tempo durchs Leben: Die beiden Brüder pendeln zwischen Uni und Turnhalle

Die zwei Dietiker NLA-Unihockeyaner Moritz und Tim Mock sind doppelt gefordert – an der Uni und auf dem Spielfeld.

Ruedi Burkart
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Moritz und Tim Mock wollen nächstes Jahr an der Heim-WM dabei sein.

Moritz und Tim Mock wollen nächstes Jahr an der Heim-WM dabei sein.

Ruedi Burkart

Einen Termin für ein Telefonat mit Moritz Mock zu finden, war in den vergangenen Wochen nicht einfach. «Sorry, bin grad im Prüfungsstress. Morgen wäre besser», simste der 20-jährige GC-Verteidiger mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung auf die Anfrage des Journalisten. Dann klappte es doch noch, und Mock plauderte am Handy aus dem Nähkästchen.

Bis gestern Freitag musste der Dietiker Unihockeyspieler an der Uni Zürich vor Ort seine Zwischenprüfungen ablegen, darum sei er schwierig zu erreichen gewesen. Wegen der Uni sei er seit Anfang Jahr auch nicht mehr zum Unihockeyspielen gekommen. «Ich wollte nicht riskieren, mich in der Halle bei Teamkollegen mit Corona anzustecken und dann in Quarantäne zu müssen. Dann hätte ich die Prüfungen erst im Herbst ablegen können. Und das wollte ich vermeiden», so Mock.

Mit anderen Worten: Seit der Wiederaufnahme der NLA-Meisterschaft am 8. Januar hat Mock keinen Schläger mehr in Händen gehalten. «Das war alles mit dem Trainerstaff bei GC so abgemacht. Ich habe ein wenig für mich trainiert, ein bisschen joggen, Technikübungen bei uns zu Hause im Keller – solche Sachen.» Aber in erster Linie habe er für sein Studium mit Hauptfach Geografie gelernt.

Am Montag geht es wieder ins Training

Am Montag ist für Moritz Mock aber Schluss mit dem selbstauferlegten Unihockey-Sabbatical, dann wird der frühere Junior von UH Limmattal wieder in der Hardau im Teamtraining der Grasshoppers mittun. «Ich werde wohl leiden müssen», blickt der Dietiker voraus. «Meine Kondition ist in den letzten Wochen nicht besser geworden.» Auch ohne den Nachwuchs-Nationalspieler sind die Grasshoppers gut aus der dreimonatigen Wettkampfpause gekommen, gewannen von den bisher vier Partien deren drei und führen vor dem heutigen Heimspiel gegen Rychenberg Winterthur (16 Uhr, Hardau) die Tabelle an. Sein Comeback wird Moritz Mock voraussichtlich im letzten Spiel der Qualifikation in einer Woche geben, beim Heimspiel gegen Uster.

Auch Moritz’ drei Jahre älterer Bruder Tim hatte in den vergangenen Wochen Semesterprüfungen abzulegen. Er absolviert das Studium in Banking and Finance an der Uni Zürich. Doch im Gegensatz zu Moritz musste Tim für die Tests nicht vor Ort anwesend sein. «Ich konnte die Prüfungen online absolvieren. Also hätte eine allfällige Quarantäne für mich nicht viel geändert», sagt Tim Mock. So war er im Gegensatz zu seinem Bruder stets in der Halle für Trainings und Spiele seines Klubs Zug United.

Eine gute Bilanz – vier Tore in drei Partien

Die Zentralschweizer sind ähnlich gut wie die Zürcher aus den Startblöcken gekommen und gewannen zwei der drei bisherigen Partien, nur gegen den Tabellenzweiten Köniz setzte es eine 5:6-Niederlage nach Verlängerung ab. Mit seiner Leistung im neuen Jahr ist Tim Mock nicht unzufrieden, er erzielte in den drei Partien vier Tore. «Es läuft mir ganz gut», so der Captain und Stürmer der Zuger. Ganz gut läuft es den Zentralschweizern in der Offensive. Sie haben in den bisher neun Meisterschaftspartien mit 63 Toren am meisten Treffer aller zwölf NLA-Teams erzielt und stellen mit den beiden Schweden Alexander Hallén und André Andersson das mit Abstand produktivste Ausländerduo der Schweiz.

Dennoch rangiert Zug in der NLA-Tabelle lediglich auf Rang sieben. Um ab Mitte Februar die Master Round bestreiten zu können und damit die Qualifikation für die Playoffs auf sicher zu haben, gilt es, in den letzten beiden Runden noch einen Rang gutzumachen. «Das packen wir», sagt Mock. Unmöglich ist das Unterfangen nicht, heute spielen die Zuger um 16 Uhr daheim gegen Tabellennachbar Chur, in einer Woche geht es auswärts gegen die punktlosen Obwaldner von Ad Astra Sarnen.

Einmal pro Woche wird getestet

Die Wiederaufnahme der Meisterschaft vor drei Wochen war mit einigen Fragezeichen behaftet gewesen. Ob die Saison bei den hohen Coronazahlen tatsächlich bis zum Schluss – sprich bis zum Superfinal in der Nationalliga A – durchgezogen werden kann, ist fraglich. Um die Risiken so klein wie möglich zu halten, werden Spieler und Trainerstaff einmal wöchentlich mittels Schnelltests auf das Coronavirus getestet. «Sollte jemand positiv sein, wird noch ein PCR-Test durchgeführt», erklärt Daniel Bareiss, Zentralpräsident von Swiss Unihockey. Erst wenn auch der Rachenabstrich positiv ausfallen sollte, würde der betreffende Spieler vom Betrieb ausgeschlossen werden. Trotz aller Unsicherheiten, auf Seiten der Akteure war die Erleichterung Anfang Januar gross, als klar war, dass nach einem dreimonatigen Unterbruch weitergespielt werden konnte. «Monatelang nur trainieren, das ist schon nicht das Wahre», äusserte sich vor dem Restart Tim Mock zum Thema, «wir freuen uns alle, dass wieder gespielt wird.»

Freuen dürfen er und sein Bruder Moritz sich auch über das Aufgebot für das viertägige Trainingscamp der Schweizer U23-Nati von Anfang Februar in Schaffhausen. Beide verfolgen dasselbe Ziel: an der Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in der A-Nationalmannschaft spielen zu können. Die Titelkämpfe werden im November 2022 in Zürich und Winterthur ausgetragen.

Saisonende für UH Limmattal
Die Taskforce von Swiss Uni­hockey hat zu Beginn dieser Woche entschieden, die Meisterschaft in allen Ligen mit Ausnahme der Nationalliga A (Männer und Frauen) wegen der anhaltenden Coronapandemie abzubrechen. Betroffen von diesem erwarteten Entscheid ist auch der 1.-Liga-Verein Unihockey Limmattal mit seinen insgesamt 12 Teams. Die 1. Mannschaft absolvierte im vergangenen Herbst nur gerade sieben Meisterschaftspartien. Die letzte war das Spitzenspiel am 17. Oktober gegen die Rheintal Gators, das die Limmattaler mit 5:6 nach Verlängerung verloren haben. Schade ist das abrupte Saisonende insbesondere für die U21C- sowie die U18C-Junioren, die alle ihre Spiele gewonnen haben. «Dieser Entscheid des Verbandes hat uns in keiner Weise überrascht», sagt Rolf Gabriel auf Anfrage. «Damit musste man ja rechnen.» Der Teamchef Aktive der Limmattaler ist froh, dass nun Gewissheit herrscht und die Klubs ab sofort die Saison 2021/22 planen können. «Jetzt werden wir damit beginnen, mit den Spielern der
1. Mannschaft über ihre sport­liche Zukunft zu sprechen», so Gabriel. Im Trainerstaff dürfte es zu keinen Änderungen kommen. Cheftrainer Behar Spahija hat laut Gabriel signalisiert, dass er gerne eine Saison anhängen würde. Und Michael Hunziker, der zweite Mann an der Bande, wird wohl ebenfalls bleiben. Der Grund für den Saisonabbruch ist laut Zentralpräsident Daniel Bareiss folgender: «Der Wunsch nach Planungssicherheit ist bei vielen Vereinen gross. Aufgrund der momentanen Situation und der Prognosen kamen wir zum Entscheid, die Saison 2020/21 abzubrechen». Man gehe aufgrund der aktuellen Situation nicht davon aus, dass vor April wieder Indoor-Sport mit Körperkontakt ausgeübt werden dürfe. Es gibt folgerichtig keine Auf- und Absteiger. (rubu.)