Weil andere Themen viel zu diskutieren gaben, war das Sitzungsende plötzlich nahe und die Zeit für das siebte Traktandum nicht mehr vorhanden. Und den Vertreterinnen des Dietiker Jugendrats drohte das gleiche Schicksal wie letztes Jahr – nämlich dass sie vergebens an die Parlamentssitzung gekommen waren. Und unverrichteter Dinge hätten abdüsen müssen, ohne ihren damaligen Vorstoss, den Markus Erni (SVP) für sie eingereicht hatte, vorstellen zu können.

Doch als Erni, heute ist er Gemeinderatspräsident, die Sitzung um 22.05 Uhr beenden wollte, stellte Nadine Burtscher (EVP) schnurstracks den Antrag, die Sitzung noch zu verlängern. Schliesslich hatten die beiden Damen zwei Stunden lang den Politikerinnen und Politikern zugehört.

Zu dritt am Rednerpult

Und so konnten Kreshmeh Jabori und Géraldine Füllemann vom Jugendrat aufatmen. Ihr grosser Moment im Dietiker Gemeinderatssaal war gekommen. Zusammen mit Michael Segrada (FDP), der für sie den Vorstoss eingereicht hatte, schritten sie ans Rednerpult und stellten ihr Anliegen genauer vor, das bei der letzten Jugendsession im November entwickelt worden war. Es geht um die Idee, dass Schülerinnen und Schüler die Dietiker Turnhallen in ihrer Freizeit nutzen können.

Der Stadtrat soll ein neues Nutzungskonzept für die Turnhallen erarbeiten und umsetzen, hatte die Jugendsession im vergangenen November konkret gefordert. Schülerinnen und Schülern, Lernenden und Gymnasiasten soll es neu ermöglicht werden, dass sie ihre Turnhallen ausserhalb des schulischen Programms nutzen können. Damit dieses Anliegen auf die politische Bühne rückte, hatte es Gemeinderat Segrada im Namen des Jugendparlaments als Postulat eingereicht.

Ziel sei es, dass die Schüler beispielsweise an einem Freitagabend oder an einem Mittwochnachmittag die Turnhallen für Gruppen der jeweiligen Schuleinheit reservieren können. «Dieses neue Angebot soll bei Schülerinnen und Schülern den Anreiz schaffen, vermehrt gemeinsam Aktivitäten zu planen und diesen nachzugehen», hatte die Jugendsession ihr Anliegen begründet. Sie verwies auch darauf, dass sich dank diesen Aktivitäten der Zusammenhalt unter den Jugendlichen stärken liesse. Schliesslich sei so auch eine gesundheitsfördernde Wirkung zu erreichen.

Die Mitglieder des Jugendparlaments hatten an ihrer Sitzung bereits zahlreiche Ideen entwickelt, um die freien Turnhallen zu ermöglichen. So denken sie etwa an ein Online-Tool, über das sich die Hallen reservieren liessen.

Die Idee der Jugend ist so gut, dass im Dietiker Gemeinderat gestern Abend niemand dagegen war. Da der Stadtrat zudem auch bereit war, das Postulat entgegenzunehmen, konnte das Postulat ohne Abstimmung überwiesen werden. Die von Burtscher beantragte Verlängerung verlief also zügig.