Mit einem Heimspiel gegen die Reserven des TV Muri steigen die Limmattaler Handballer heute Samstag in der Urdorfer Zentrumshalle in die neue 2 .-Liga-Saison (Anpfiff um 16.15 Uhr). Wie bis anhin besteht die nominell erste Mannschaft des HC Dietikon-Urdorf – offiziell bezeichnet als SG Dietikon-Urdorf – auch heuer vorwiegend aus bestandenen Akteuren, die in vergangenen Jahren bereits in höheren Sphären gespielt haben. Das Saisonziel dieser Ü30-Truppe ist klar definiert: die Klasse halten. Als Übungsleiter an der Seitenlinie amtet der frühere NLB-Akteur Markus Blättler.

Trainings absolvieren die «älteren Herren», wie sie sich selber augenzwinkernd nennen, in der Regel eines pro Woche. «Wir schnappen uns einen Ball und spielen dann ein bisschen», plaudert einer der Akteure aus dem Nähkästchen. Gegen die bedeutend jüngere Konkurrenz reichte es letzte Saison immerhin zu Rang fünf unter zehn Teams. Siege werden weniger euphorisch gefeiert als noch vor ein paar Jahren, Niederlagen stecken sie bei den Limmattalern locker weg. Wie sagte Trainer Blättler in der vergangenen Saison, als man im Spiel gegen Wetzikon punktelos blieb: «Gegen Wetzikon hatten wir schlicht keine Lust.» Damit wäre auch das geklärt.

Die jungen Wilden, die dereinst im Fanionteam eine tragende Rolle spielen sollen, tasten sich in der 3. Liga sachte an den Leistungssport heran. Ob es auch unter den Fittichen ihres neuen Trainers Daniel Schütterle zu einer ähnlich erfolgreichen Kampagne reichen wird wie letzte Saison? Damals sicherten sich die unbekümmerten Youngsters in der Qualifikation den Gruppensieg und verpassten die Promotion in den Entscheidungsspielen gegen Fortitudo Gossau denkbar knapp.

«Unsere Rookies sollen ohne Druck an sich arbeiten können. Eine Spitzenklassierung ist absolut nicht erstes Ziel, aber den sportlichen Erfolg nehmen wir natürlich gerne, sollte er sich denn einstellen», äussert sich Vereinspräsident Thomas Wüthrich. Statt auf Resultate zu spielen, soll das Team der Rookies in Ruhe auf höhere Aufgaben vorbereitet werden. Ebendiese Vorbereitung auf das erste 3.-Liga-Meisterschaftsspiel dauert noch an, das Team von Daniel Schütterle greift erst am 21. September mit einer Auswärtspartie gegen die HSG Siggenthal ins Geschehen ein.

Viele ehemalige Aktive im Vorstand

Ob der HC Dietikon-Urdorf dereinst wieder an die glorreichen, vergangenen Zeiten anknüpfen kann? Man wird sehen. Es wäre indes vermessen, Erfolge wie in den 1990er-Jahren zu erwarten. Damals wollte die sportliche Führung nach der Fusion des HC Dietikon und Urdorf/Stapo mit viel Geld den Aufstieg in die Nationalliga A erzwingen. Die Folgen der damaligen Vorwärtsstrategie sind bekannt: Nichts wurde es mit dem Aufstieg in die Bel Étage des Schweizer Handballs, dafür stand der damalige NLB-Verein um die Jahrtausendwende kurz vor dem finanziellen Kollaps. Tempi passati.

Unter der jetzigen Führung sind solche Szenarien unvorstellbar. Thomas Wüthrich (Präsident seit 2018) und sein Sportchef Luzi Tiefenauer sind grundsolide handballbegeisterte Zeitgenossen. Apropos: Die beiden waren noch selbst aktiv, als der HCDU letztmals die Promotion in die 1. Liga schaffte. Am 22. März 2015 sicherte sich der Verein unter Trainer Jan Sedlacek den sofortigen Wiederaufstieg in die dritthöchste Spielklasse.

Überhaupt besteht der Vereinsvorstand überwiegend aus ehemaligen Aktiven. So leitet beispielsweise der ehemalige HCDU-Goalie Carlo Filippi die Geschäftsstelle des Vereins und kümmert sich der frühere NLA-Handballer Jonas Affentranger um das Sponsoring.

Seit einer gefühlten Ewigkeit mit dabei im Verein ist auch Sascha Schönholzer. Der langjährige NLB-Akteur (Dietikon-Urdorf und Yellow Winterthur) weist eine immense Erfahrung auf. In früheren Jahren war er unter anderem Spielertrainer beim HCDU, lange Zeit Assistenztrainer der Schweizer U17-Nationalmannschaft und betreute die Zürcher Nachwuchs-Regionalauswahl.

Aktuell amtet der Rudolfstetter als Coach beim 1.-Ligist SC Siggenthal und seit Januar dieses Jahres auch als Assistenztrainer von Arno Ehret beim NLA-Klub GC/Amicitia. In seinem Stammverein Dietikon-Urdorf spielt Schönholzer in der 2.-Liga-Mannschaft der Routiniers. «Wir haben es glatt in der Truppe», meint der zweifache Familienvater schmunzelnd auf die Frage, wie ernst er und seine Mitstreiter in das einzige wöchentliche Training steigen.