Spielende Vierbeiner, die nicht auf ihren Besitzer hören, können schnell zur Gefahr werden – besonders für Kinder. Obwohl er mit dem Wunsch einer Verschärfung der Leinenpflicht in Schlieren beim Stadtrat bereits einmal auf taube Ohren stiess, startet Gemeinderat Jürg Naumann (Quartierverein) einen neuen Versuch.

Erst im April reichte Naumann eine Motion ein, in welcher eine schärfere Handhabung verlangt wurde. So solle in den öffentlichen Parks Schlierens sowie auf Spiel- und Schulplätzen eine Leinenpflicht für Hunde eingeführt werden. Darüber hinaus sollten ein Bussgeld festgelegt und Hinweistafeln aufgestellt werden.

Park wird zum Spielplatz

Aus Sicht der Exekutive, die den Vorstoss nicht entgegennahm, können die Anliegen des Motionärs bereits mit der geltenden kantonalen Gesetzgebung erfüllt werden. Diese verbietet es einerseits bereits heute, Hunde auf Friedhöfen und Pausenplätzen oder in Badeanstalten mitzubringen. Andererseits müssen die Vierbeiner etwa in öffentlichen Gebäuden oder an Bahnhöfen bereits heute angeleint werden.

Obwohl öffentliche Parks, so der Stadtrat, von diesen Bestimmungen ausgenommen werden, erhalten diese den Charakter eines öffentlichen Spielplatzes, wenn dort regelmässig spielende Kinder anzutreffen seien. «Fehlbare Hundebesitzer können also ohne weiteres auch in Parks in die Pflicht genommen werden, was von der Stadtpolizei auch immer wieder getan wird», schrieb der Stadtrat im vergangenen Mai in seiner Begründung.

Schilder werden verlangt

Für die Gemeinderäte des Quartiervereins ist dies nicht genug Schutz vor möglichen Gefahren, die von freilaufenden Hunden ausgehen. «Zum Glück ist uns bis heute in Schlieren noch kein tragischer Unfall mit freilaufenden Hunden bekannt. Es sollte nicht so weit kommen», schreiben Gaby Niederer, Thomas Widmer und Jürg Naumann in ihrem Postulatstext.

Sie verweisen weiter darauf, dass die zuständigen Kommunalbehörden an Orten eine Leinenpflicht oder ein Mitführverbot anordnen können, wenn diese Orte noch nicht in der Liste des Kantons aufgeführt wurden.

«Wir fordern den Stadtrat auf zu prüfen, wie er bei Spielplätzen, Schulhausanlagen, und an gewissen weiteren Orten in den öffentlichen Parks entsprechende Schilder anbringen beziehungsweise eine Leinenpflicht anordnen kann», heisst es im Postulat. Zudem solle er prüfen, wie er diese Verbote auch durchsetzen könne.