Corona-Regeln

Maskenpflicht im Limmattal: Wo gilt sie im Freien?

Die Limmattaler Bevölkerung scheint sich mehrheitlich gut an die Maskenpflicht zu halten. (Symbolbild)

Die Limmattaler Bevölkerung scheint sich mehrheitlich gut an die Maskenpflicht zu halten. (Symbolbild)

Die Corona-Massnahmen können für Verwirrungen sorgen. Gemeindevertreter klären auf, wo man eine Maske tragen muss und was passiert, wenn man sich nicht an die Pflicht hält.

Im Dschungel der Coronaregeln kann man sich schnell verirren. Etwa wenn es um die Maskenpflicht geht. Laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) gilt momentan «in belebten Fussgängerbereichen» die Maskenpflicht. Doch was alles gilt als belebter Fussgängerbereich? Zudem herrscht in «Warte- oder Zugangsbereichen des öffentlichen Verkehrs» Maskenpflicht: Was ist, wenn ich nur an der Bushaltestelle, die gleichzeitig auch ein Trottoir ist, vorbeigehe? Oder, wenn ich den Dietiker Busbahnhof kreuze, um ins Stadtzentrum zu gelangen?

«Wenn man den Busbahnhof überquert und genug Platz hat, muss man keine Maske tragen», sagt Dietikons Sicherheitsvorstand Heinz Illi (EVP). «Ich sage den Leuten immer: Wo man nicht genug Abstand zueinander halten kann, zieht man eine Maske an», so Illi. Das könne zum Beispiel in Unterführungen der Fall sein. In Geschäften, auf dem Perron und auf Einkaufsmeilen herrsche zudem sowieso eine Maskenpflicht.

Auch in privaten Räumen soll man eine Maske tragen

Das gleiche gilt gemäss Sicherheitsvorstand Pascal Leuchtmann (SP) auch in Schlieren. Wenn immer der Abstand von eineinhalb Metern nicht eingehalten werden könne, solle man eine Maske tragen. Dies gelte auch in privaten Räumen, allerdings nicht unter Menschen, mit denen man zusammenwohnt, sagt Leuchtmann. «Grundsätzlich gilt in allen öffentlich zugänglichen Innenräumen in Schlieren und Urdorf Maskenpflicht, so zum Beispiel im Urdorfer Zentrum Spitzacker», sagt Leuchtmann. «Auch im Bereich der Marktstände jeweils samstags auf dem Schlieremer Stadtplatz muss man eine Maske tragen.» Zudem gelte im Bereich von öV-Haltestellen Maskenpflicht.

«Im Oberengstringer Zentrum muss man eine Maske tragen», sagt Gemeindepräsident André Bender (SVP). Ebenso sei dies in allen öffentlichen Gebäuden und für das Verwaltungspersonal auch am Arbeitsplatz der Fall. «Die grösste Gefahr einer Ansteckung liegt aber sicher im privaten Bereich», sagt er. Jedoch könne und solle nicht alles reglementiert werden. Es liege in der Eigenverantwortung eines jeden Einwohners, die Hygiene- und Verhaltensregeln des BAG einzuhalten.

Während in der ersten Welle der Pandemie noch die ausserordentliche Lage herrschte und die Polizei bei Nichteinhalten der vom Bund erlassenen Vorschriften, so zum Beispiel das Versammlungsverbot, Ordnungsbussen verteilen durfte, ist das nun nicht mehr möglich. «Wir können nach dem Epidemiengesetz Verzeigungen machen, die am Schluss auch in einer Busse enden», sagt Illi. Zudem könne die Polizei Leute, die sich nicht an Coronamassnahmen halten, von Plätzen verweisen.

Vielleicht sind bald wieder Bussen möglich

Auch in Schlieren und Urdorf geht man ohne Verzeigungen gegen Maskenverweigerer vor: «Die Polizei weist Personen, die keine Maske tragen, auf die Pflicht hin», sagt Leuchtmann. «Falls sie keine Maske haben, hat die Polizei ein paar wenige Masken dabei und händigt diese aus.» In Oberengstringen würden die Leute freundlich auf die Maskenpflicht aufmerksam gemacht, sagt Bender.

Das könnte sich bald ändern, denn der Bundesrat beantragt dem Parlament im Rahmen des Covid-19-Gesetzes eine Änderung des Ordnungsbussengesetzes. Geringfügige Übertretungen des Epidemiengesetzes wie etwa Verstösse gegen die Pflicht zum Tragen einer Gesichtsmaske sollen neu ebenfalls im Ordnungsbussenverfahren geahndet werden können. «Wir begrüssen die Absicht des Bundesrates sehr, dass bei Regelverletzungen in Zukunft wieder Ordnungsbussen ausgesprochen werden dürfen», sagt Leuchtmann.

«Ich finde, die Politik sollte den Bundesrat einfach machen lassen, er geht sehr gut mit der Pandemie um», sagt Illi. «Dass der National- und Ständerat auch mitreden wollen, macht alles komplizierter.» Auch er würde die Möglichkeit, Ordnungsbussen zu verteilen, begrüssen. «Diese wirken abschreckend auf die Leute und tun nur im Moment ein bisschen weh. Danach überlegt sich die Person, ob sie anders hätte handeln sollen.»

Illi freut sich aber auch darüber, dass ein Eingreifen der Polizei oder Verzeigungen oftmals gar nicht nötig seien: «Die Leute halten sich mehrheitlich gut an die Maskenpflicht.» Bei Personen ohne Maske reiche es manchmal schon, dass man sie anschaue, damit sie ihre Maske aus dem Sack nehmen.

«Das Schweizer System, das auf Eigenverantwortung setzt, finde ich sympathischer als das von anderen Ländern, die alle Betriebe schliessen», sagt Illi. Die Polizei habe momentan aber eine schwierige Aufgabe: «Man kann nicht alles mit Bussen erreichen. Deshalb müssen die Beamten viele Gespräche führen und den Leuten auch ihre Ängste nehmen.»

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