Es wird für einen kurzen Augenblick still auf dem sonst stimmenerfüllten Schulpausenplatz. Die Kinder recken ihre Hälse und blicken gebannt nach vorne auf ein umhülltes Etwas. Denn unter dem blauen Tuch versteckt sich der 477. Mittefasten Böögg. Entworfen wurde er von den zwei sechsten Klassen der Schule Büel. «Wie sieht er wohl aus?», fragt sich vielleicht der eine oder andere, als der Böögg-Meister Ralph Pfister diesem vorsichtig das Tuch über den Kopf zieht. Da steht er nun. Gandhi Gandhi–Lauch. Zwei Namen und zwei Gesichter wurden von je einer Klasse innerhalb eines Monats kreiert.

Gandhi Gandhi blickt mit seinen schwarz-blauen Augen auf die Kinder. Seine Wangen sind mit Sommersprossen übersät, seine Nase ähnelt der des Pinocchios und ein Schnauz verziert sein Gesicht. Lauch hingegen trägt eine grüne Brille auf seiner Stupsnase und hat Hasenzähne. Gandhi Gandhi und Lauch teilen sich geschwisterlich die orange Zipfelmütze. Gandhi Gandhi-Lauch trägt eine schwarze Weste über dem blauen Anzug. Die Handschuhe geben ihm bei dem frischen Wetter ein wenig Wärme. Lange braucht er sie jedoch nicht mehr. Denn am Sonntag wird sein kurzes Leben schon wieder beendet, wenn er zum Scheiterhaufen auf dem Limmatdamm getragen und feierlich verbrannt wird.

So präsentiert sich der Böögg von der Ghandi-Ghandi-Seite.

So präsentiert sich der Böögg von der Ghandi-Ghandi-Seite.

Nachdem Gandhi Gandhi-Lauch mit einem Becher Wasser getauft wurde, schieben die Kinder ihre Wunschzettel in dessen Hosen. Diese sollten mit dem Unterengstringer Böögg verbrannt werden und dann in Erfüllung gehen. Auch werden die Klassenwünsche vorgetragen. Die sechste Klasse wünscht sich einen guten Abschluss und dass alle gute Freunde bleiben. Kaum werden die Gläser zur Feier gehoben und das Schullied gesungen, kommt die Sonne hinter den Wolken zum Vorschein. Wie wird wohl dieser Sommer sein?