Drohnenkurier

Nach Absturz: Post-Drohne fliegt schon bald wieder über den Zürichsee

Eine Drohne der Post.

Ein Kurzschluss hat zur Notlandung der Kurier-Drohne geführt. Der Hersteller hat mittlerweile die Geräte modifiziert.

Ab Montag wird die Drohne der Post wieder abheben. Auf der Strecke von der Klinik im Park am linken Seeufer in das Zentrallabor Zürich beim Balgrist transportiert sie vor allem Laborproben. Bei einem solchen Flug ist am 25. Januar eine Drohne kurz nach dem Start in den Zürichsee gestürzt – oder vielmehr geschwebt. Nachdem ein Kurzschluss die Verbindung zum eingebauten GPS unterbrochen hatte, löste das Gerät des US-Herstellers Matternet automatisch eine Notlandung aus. In einem solchen Fall stoppt sie die Rotoren und wirft einen Fallschirm aus. Zusätzlich macht das 12 Kilogramm schwere Flugobjekt mit einem schrillen Pfeifton und grellen Blinklichtern auf sich aufmerksam.

Beim Vorfall kam niemand zu Schaden. Die Polizei, die umgehend vom Flight Director der Betreiberin informiert wurde, konnte die Drohne drei Tage später – rund 300 Meter von der Badeanstalt Mythenquai entfernt, in 20 Meter Tiefe – samt Blutproben aus dem See bergen.

Nach der Notlandung groundete die Post die Drohnen des Typs V9 freiwillig. Sie wollte den Bericht der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) abwarten. In diesem heisst es, dass mit grosser Wahrscheinlichkeit in einer Steckverbindung ein Kurzschluss auftrat, der einen Ausfall der Speisung des GPS-Empfängers und anderer Komponenten zur Folge hatte. Deshalb konnte die Drohne ihre eigene Position nicht mehr bestimmen und leitete eine Notlandung ein.

Aufgrund der Sust-Erkenntnisse wurden alle Drohnen der Version V9 mit je zwei GPS-Empfängern, Kompassen und Stromkreisläufen ausgestattet. Zudem tauschte der Hersteller die betroffene Steckverbindung aus. In den vergangenen Wochen habe Matternet das modifizierte Gerät in den USA ausgiebig getestet, schreibt die Post in einer Mitteilung. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) habe die Anpassungen am
8. März geprüft und abgenommen.

Restrisiko bleibt

Die Post will am neuen Service festhalten. Ab Montag werden die Drohnen wieder starten und auf einer Höhe von rund 100 Metern die 5,8 Kilometer lange Strecke zurücklegen. Im Vergleich zum Kurier auf der Strasse lasse sich mit der Drohne wichtige Zeit für Ärzte, Pflegepersonal und Patienten sparen, schreibt die Post. «Wie bei den Verkehrsmitteln am Boden kann auch in der Luft ein Zwischenfall nie ganz ausgeschlossen werden.»

Mit Massnahmen am Fluggerät und durch die Routenwahl könne das Restrisiko möglichst klein gehalten werden. In Zürich, Bern und Lugano haben Post und Matternet bisher über 3000 Drohnenflüge absolviert.

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