Medienmitteilung

Nach Frankfurt-Tat: Zürcher SVP bezeichnet Eritreer als «nichtintegrierbare Gewalttäter»

Passanten legen am Gleis im Frankfurter Hauptbahnhof, an dem der achtjährige Bub starb, Blumen nieder.

Nach dem mutmasslichen Mord in Frankfurt verschickte die Zürcher SVP eine Medienmitteilung, in der sie Eritreer als «nichtintegrierbare Gewalttäter» bezeichnet. Die Kritik darauf folgt prompt.

Eineinhalb Tage nach dem Drama in Frankfurt, bei dem ein 40-jähriger Mann aus Eritrea mutmasslich mehrere Personen vor einen Zug stiess und dabei einen 8-jährigen Jungen tötete, meldet sich die Zürcher SVP mit einer Medienmitteilung zum Fall.

Die Partei kritisiert in ihrem Schreiben die lasche Asylpolitik gegenüber Eritreern. «Diese abscheuliche Tat zeigt einmal mehr auf, dass es sich bei solchen Personen um nichtintegrierbare Gewalttäter handelt, die in der Schweiz nichts verloren haben», heisst es in der Mitteilung.

Man stelle fest, heisst es weiter, dass ein solcher Mord jederzeit auch in der Schweiz passieren kann. Deshalb fordert die Zürcher SVP, dass «endlich eine restriktivere Asyl- und Ausschaffungspolitik» umgesetzt werde.

Die Aussagen der Zürcher SVP blieben in den sozialen Medien nicht unbemerkt. «Irgendwie schäbig, wenn man auf dem Rücken einer solchen Tat Politik betreibt», kritisiert ein Twitter-User die Meldung der SVP.

«Geht ja mal gar nicht», kritisiert ein weiterer User. Auch Philipp Loser, Redaktor des «Tages-Anzeigers» schreibt: «Wie die SVP den Mordfall in Frankfurt politisch ausschlachtet, ist ziemlich daneben. [...] Fast schon unverhohlen die Freude, dass es sich beim Täter um einen Eritreer handelt.» (ohe)

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