Gesundheit

Nach Herzinfarkt von ehemaligem Kantonsrat Häring: Zürcher EDU fordert Verzeichnis von Defibrillatoren

Die Zürcher EDU möchte ein kantonales Verzeichnis aller Defibrillatoren-Standorte. (Archivbild)

Die Zürcher EDU fordert ein kantonales Verzeichnis aller Defibrillatoren-Standorte, wenn möglich auf einer App. Hintergrund dieser Forderung ist ein Vorfall in der eigenen Partei. Der ehemalige Kantonsrat Hans Peter Häring erlitt Anfangs März einen Herzinfarkt auf dem Tennisplatz.

Dank des Einsatzes eines Defibrillatoren habe Häring bis zum Eintreffen der Ambulanz am Leben gehalten werden können, schreibt die EDU in einer Anfrage, die am Mittwoch publiziert wurde.

Nun will die EDU vom Regierungsrat wissen, ob es im Kanton Zürich ein Verzeichnis mit allen Defibrillatoren-Standorten gibt und - falls nicht - ob er ein solches Inventar erstellen würde.

Zudem müsste auf jeder Sportanlage, die vom Kanton unterstützt werde, ein Defibrillator zur Verfügung stehen. Hilfreich wäre es nach Ansicht der EDU auch, wenn der Kanton die Bevölkerung über die Anwendung dieser Geräte informieren würde.

Flächendeckende Versorgung abgelehnt

Eine flächendeckende Versorgung mit diesen Geräten gibt es im Kanton Zürich nicht. Vor neun Jahren hatte der Kantonsrat eine entsprechende Einzelinitiative von Ärzten abgelehnt.

Aufwand und Nutzen würden in keinem Verhältnis stehen, argumentierte damals die Mehrheit. Ausserdem würden sich die meisten Herzstillstände zuhause ereignen, dort würden öffentliche Defibrillatoren nichts nützen.

Ein Problem sind auch die Berührungsängste: Nur geschulte Helfer trauen sich wirklich, den lebensrettenden Strom einzusetzen. In der Stadt Zürich wurde das Projekt "Strom fürs Leben" Ende 2014 begraben. 13 öffentlich zugängliche Defibrillatoren in der Innenstadt wurden demontiert, weil es in sechs Jahren keinen einzigen sinnvollen Einsatz dieser Geräte gab.

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