Schlieren

Nach Kritik aus dem Gemeinderat: Die Stadt gesteht sich Schwächen in der Kommunikation ein

Die Sperrung der Uitikonerstrasse für zwei Wochen im Frühling war Stein des Anstosses.

Die Sperrung der Uitikonerstrasse für zwei Wochen im Frühling war Stein des Anstosses.

Die Kommunikation zwischen der Stadt mit dem Kanton hinkt, das sieht auch die Stadt ein. Sie nimmt sich des Problems an und will den Erfolg der Fachstelle überprüfen lassen.

Mit guter Kommunikation lassen sich zahlreiche Auseinandersetzungen ohne allzu grossen Aufwand lösen. Beispielsweise jene, die sich rund um den Neubau des katholischen Pfarreizentrums in Schlieren ergeben hat. Wegen Umgebungsarbeiten war ein Abschnitt der Uitikonerstrasse nach dem Sechseläutenmontag während zweier Wochen nur einspurig befahrbar. Dass diese Reduktion der Strassenkapazität um 50 Prozent nicht ausreichend kommuniziert wurde, befand FDP-Gemeinderat Daniel Frey als stossend und reichte eine kleine Anfrage ein. Nun liegt die Antwort des Stadtrates vor.

Darin schreibt die Exekutive, dass die Kommunikation bezüglich Verkehrsbehinderungen durch langfristige Bauprojekte durchaus gewährleistet sei. «Beim vorliegenden Fall liegt es bei der Bauherrschaft, ob und wie informiert werden soll. Die Stadt macht dazu keine Auflagen in der Baubewilligung», so der Stadtrat. Komme es aber zu grösseren Einschränkungen und Sperrungen, benötige der Bauherr eine polizeiliche Bewilligung. Eine solche zu erteilen, lag aber nicht in der Kompetenz der Schlieremer Exekutive. «Da es sich bei der Uitikonerstrasse um eine Staatsstrasse handelt, erfolgte die Absprache der Teilsperrung zwischen dem Bauherrn und dem Tiefbauamt des Kantons.» Die Kopie einer solchen Bewilligung sei weder der Schlieremer Polizei noch der städtischen Abteilung Bau und Planung vorgelegen, heisst es.

Eine von Frey bei der Verwaltung eingereichte schriftliche Anfrage habe ergeben, dass man davon ausgehe, die temporäre Einengung weiche rasch wieder dem Normalfall. Da Frey diese Antwort als unbefriedigend empfand, fragte er den Stadtrat nach einem vorgegebenen Prozess in der Kommunikation bei Verkehrsbehinderungen. Über einen solchen verfügt Schlieren nicht, wie der Stadtrat schreibt. «In der Vergangenheit wurde bei lang andauernden Verkehrseinschränkungen frühzeitig und individuell informiert. Daher erschien ein standardisierter Prozess nicht angebracht», so der Stadtrat.

Keine Details bezüglich Verbesserungspotenzial

Der Stadtrat möchte dieses Problem anders angehen. Denn ihm sei es ein grosses Anliegen, die Bevölkerung so gut wie möglich zu informieren. Daher würde die Kommunikation zwischen städtischen Institutionen stets hinterfragt und bei Bedarf angepasst. «Dieser Fall hat gezeigt, dass insbesondere der Informationsfluss zwischen Kanton und Stadt verbessert werden muss», schreibt der Stadtrat. Wie dies genau geschehen soll, schreibt er nicht.

Fachhochschule nimmt sich Schlieren an

Konkreter wird die Exekutive bezüglich eines neuen Projekts, das sich der Behördenkommunikation annimmt. Gemeinsam mit der Zürcher Hochschule der Angewandten Wissenschaften (ZHAW). Primär geht es darum, die Öffentlichkeitsarbeit systematisch zu evaluieren, wie der Stadtrat in einem Beschluss schreibt. Seit 12 Jahren verfüge man über die Fachstelle Kommunikation. «Die Anspruchshaltung in Politik, Verwaltung und Bevölkerung legt jedoch nahe, zu untersuchen, wie gut die Stadt mit ihren Massnahmen ihre Zielgruppen erreicht», schreibt der Stadtrat. Da die Ressourcen der Stadt für eine solche Erhebung nicht ausreichen, holte man eine Offerte von der ZHAW ein. Für die Bestandesaufnahme, eine Evaluation, die Entwicklung von Optimierungsmassnahmen und das Coaching der Umsetzungsverantwortlichen bezahlt die Stadt 20'000 Franken.

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