Zürich

Nach missglücktem Versuch: Lime bietet 100 E-Bikes zum Verleih an

Fortan auch in der Stadt Zürich zu finden, allerdings in rot: Lime-Velos.

Fortan auch in der Stadt Zürich zu finden, allerdings in rot: Lime-Velos.

Der amerikanische Roller- und Fahrradvermieter ergänzt sein Trotti-Sortiment mit 100 neuen E-Bikes. Dies ist der zweite Anlauf: Vor zwei Jahren bot die Firma in der Stadt 450 Velos an, welche kaum genutzt wurden.

Die Lime-Bikes sind zurück: Gleich 100 davon wurden von der Stadt Zürich bewilligt. Dies berichtet der «Tages-Anzeiger» am Mittwoch. Zu den 450 Velos, welche Lime vor zwei Jahren in Zürich erfolglos anbot unterscheiden sich die Velos in zwei Belängen: Das Design ist nun rot statt hellgrün und die elektrische Fahrunterstützung erlaubt eine Geschwindigkeit von bis zu 25 km/h.

Auch die von der Firma angepeilte Strategie ist nun eine andere. Dass die Leihvelos ohne Antrieb kaum genutzt wurden und oft sogar zerstört wurden erklärt Lime damit, dass viele auf die E-Trottinetts der Firma umgestiegen sein sollen. Gemäss Jashar Seyfi, General Manager der Lime Schweiz, eignen sich die Velos besonders für «mittlere Strecken ab drei Kilometer oder zum Transport von Einkäufen».

Konkurrenz im Bereich der «Mikromobilität» gibt es in Zürich genug: Von sechs Anbietern werden derzeit 4100 Miet-Scooter, davon 800 von Lime, angeboten. Neben Lime sind auch die E-Bikes von Bond und Publibike in der Stadt anzutreffen. Im Gegensatz zu seinen Konkurrenten bietet Lime als erste Firma in Zürich sowohl E-Trottis, wie auch E-Bikes an – beide über die gleiche App buchbar. Der Trend breitet sich aus: Auch in Schlieren sind bald E-Scooters anzutreffen. 

Weltweit gilt Lime als einer der grössten Anbieter dieser Art. Letztens übernahm die Firma das zu Uber gehörende Jump, welches einen weiteren E-Bike-Verleiher darstellt und plante, in Zürich aktiv zu werden. Jetzt hat Uber mit Google im Frühling 170 Millionen Dollar in Lime investiert. Lime-Angebote werden in Zukunft auch über die Uber-App buchbar sein. 

Das Stichwort: «multimodal»

Raoul Stöckle, der Geschäftsführer von Bond Mobility, einem Zürcher Start-ups mit bis zu 45 km/h schnell fahrenden E-Bikes, meint, dass das einem Trend in der Branche entspreche.   «Die Entwicklung geht in Richtung von multimodalen Plattformen.» Damit sind Internetseiten oder Apps gemeint, auf welchen alle Fahrgeräte gefunden werden und das passendste gewählt werden kann. Bond macht da auch mit. 

Stöckle sieht die neuen Lime-E-Bikes allerdings nicht als Konkurrenz. Viel eher betrachtet er diese als eine andere Zielgruppe anpeilend. «Mit unseren schnellen E-Bikes legen die Nutzer längere und anstrengendere Strecken zurück.»

Verleiher von elektrischen Scooters und Velos standen während der Corona-Krise etwas besser da als andere Branchen: «In Zürich sind die Fahrten mit unseren Scootern im Schnitt 25 Prozent länger geworden als vor der Pandemie», so Jashar Seyfi von Lime. Die internationale Entwicklung sei, dass Nutzer die Trottis häufiger in der Freizeit und für Besorgungen einsetzen. 

Lime machte im letzten Jahr negative Schlagzeilen, weil die E-Trottis der Firma wegen Softwareproblemen vermehrt Unfälle verursachten.

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